Das Bad ist der einzige Raum im Haus, in dem Licht drei verschiedene Aufgaben gleichzeitig erfüllen muss: genug Helligkeit für die Morgenroutine geben, das Gesicht am Spiegel schattenfrei beleuchten und Stimmung für ein abendliches Bad schaffen – und dabei Feuchtigkeit und Spritzwasser überstehen. In diesem Leitfaden zeigen wir, wie du Badleuchten wählst und eine komplette Beleuchtung planst: von IP-Schutzzonen über Decke und Spiegel bis zum Stimmungslicht an der Badewanne.
Ein gut beleuchtetes Bad hat selten nur eine Lichtquelle in der Deckenmitte – es braucht drei sich ergänzende Ebenen:
Jede dieser Ebenen hat unterschiedliche Anforderungen an Helligkeit, Farbe und Montageort – ein guter Beleuchtungsplan fürs Bad beginnt deshalb damit, diese drei Funktionen zu trennen, statt einfach eine hübsche Leuchte auszuwählen.
Ein Bad wird in Zonen mit unterschiedlicher Wasserbelastung eingeteilt, und jede erfordert eine andere IP-Schutzklasse:
| Zone | Beschreibung | Mindest-IP-Klasse |
|---|---|---|
| Zone 0 | Innerhalb von Wanne/Duschtasse | IPX7 |
| Zone 1 | Über Wanne/Dusche, bis 2,25 m Höhe | IPX4 (IPX5 bei direktem Wasserstrahl) |
| Zone 2 | 0,6 m von Zone 1 entfernt | IPX4 |
| Außerhalb der Zonen | Restliches Bad (z. B. am Spiegel, an der Decke) | IPX4 dort, wo Spritzwasser möglich ist; weiter von Wasser entfernt auch geringer |
Die erste Ziffer nach IP (z. B. IP44) betrifft den Schutz vor Fremdkörpern, die zweite vor Wasser – je höher die zweite Ziffer, desto besser der Schutz vor Spritzwasser und Wasserstrahl. Praktische Regel: je näher am Wasser, desto höher die IP-Klasse, und installiere niemals eine Leuchte mit einer niedrigeren Klasse, als für die jeweilige Zone vorgeschrieben ist. In Zone 0 werden speziell für das Untertauchen ausgelegte Leuchten benötigt (niedervoltig, z. B. SELV), nicht einfach irgendeine mit IPX7 gekennzeichnete Leuchte. Überlasse die Elektroinstallation im Bad immer einem qualifizierten Elektriker, gemäß den örtlichen Vorschriften – IP-Zonen legen Anforderungen an die Leuchten selbst fest, sie ersetzen keine fachgerechte Installation.
Das Haupt- und Allgemeinlicht im Bad kommt meist von der Decke – entweder als Deckenleuchte in der Raummitte oder als mehrere gleichmäßig verteilte Einbaustrahler.
Eine zentrale Deckenleuchte funktioniert in kleineren Bädern gut als einzige Quelle für Allgemeinlicht. In größeren Räumen ist es besser, mehrere Einbaustrahler zu verteilen – sie geben gleichmäßigeres Licht ohne den scharfen Schatten, den ein einzelner Punkt an der Decke wirft. Prüfe bei einer Deckenleuchte immer die IP-Klasse im Verhältnis zur Entfernung von Zone 1 und 2.
Licht, das von der Decke fällt, wirft Schatten unter Augen und Kinn – genau dort, wo sie beim Rasieren oder Schminken am meisten stören. Gutes Spiegellicht sollte von den Seiten des Gesichts oder gleichmäßig rund um den Spiegelrand kommen, nicht nur von oben.
Es lohnt sich außerdem, zwischen zwei Arten beleuchteter Spiegel zu unterscheiden: dekorativ hinterleuchtete Spiegel (ein sanftes Glühen hinter der Scheibe – ein schöner visueller Effekt, aber für Aufgaben zu schwach) und Spiegel mit echtem Arbeitslicht (stärkere LEDs, die aufs Gesicht gerichtet sind, hell genug für Make-up oder Rasur). Für den täglichen Gebrauch am Spiegel wähle die zweite Art.
Achte bei der Wahl eines beleuchteten Spiegels auf die angegebene Lichtleistung (Lumen) und den CRI statt nur auf die Wattzahl – bei LEDs kann dieselbe Wattzahl je nach Effizienz der Dioden sehr unterschiedliche Lichtmengen liefern. Für Make-up und Rasur eignen sich etwa 400–500 Lux im Gesicht, bei einem CRI von 90+.
In keinem anderen Raum haben Lichtfarbe und -qualität einen so direkten Einfluss darauf, wie du aussiehst, wie im Bad:
Ein abendliches Bad erfüllt einen ganz anderen Zweck als die Morgenroutine – hier zählt vor allem Entspannung, nicht Präzision. Eine warme Farbe von 2700 K, gedimmtes Licht und der Verzicht auf ein scharfes, punktuelles Licht direkt über der Wanne schaffen eine Stimmung, die eine einzelne helle Deckenleuchte auf voller Leistung einfach nicht erreicht.
Wo möglich, lohnt es sich, die Stromkreise zu trennen: ein Schalter für helles Allgemeinlicht für die Morgenroutine, ein anderer – gedimmt oder ein separater Lichtpunkt – für das abendliche Bad. Ein Dimmer am Stromkreis der Allgemeinbeleuchtung ist der einfachste Weg, damit eine Installation beide Tageszeiten bedient.
Ein grober Bedarf an Allgemeinlicht im Bad liegt bei 200–300 lm/m² – mehr als im Wohnzimmer, weniger als an der Küchenarbeitsplatte. Die tatsächlich benötigte Menge hängt auch von der Wandfarbe, der Deckenhöhe und der Lichtverteilung der Leuchten ab, betrachte die folgenden Zahlen also als Ausgangspunkt, nicht als feste Regel:
Welche IP-Schutzklasse brauche ich fürs Bad? Das hängt von der Zone ab: IPX7 innerhalb von Wanne/Duschtasse (Zone 0), IPX4 (oder IPX5 bei direktem Wasserstrahl) über Wanne und Dusche (Zone 1), IPX4 innerhalb von 60 cm von Zone 1 (Zone 2). Außerhalb der Zonen ist manchmal eine niedrigere Klasse zulässig, aber IP44 ist überall dort ein sicherer Standard, wo Spritzwasser hinkommen könnte.
Wie viele Lumen braucht ein Bad? Etwa 200–300 lm/m² Allgemeinlicht, also rund 800–1800 lm für ein Bad mit 4–6 m², je nach Größe und Wandfarbe – plus separates, stärkeres Licht am Spiegel.
Welche Lichtfarbe eignet sich am besten für Make-up? Eine Farbtemperatur von 3500–4500 K mit einem CRI von 90+ gibt den Hautton am naturgetreuesten wieder, am nächsten an natürlichem Tageslicht. Eine zu warme Farbe (2700 K) kann dazu führen, dass Make-up draußen anders aussieht.
Komplette Badbeleuchtung bedeutet drei Lichtebenen, abgestimmt auf drei verschiedene Funktionen: Allgemeinlicht von der Decke in der richtigen IP-Klasse für seine Zone, Arbeitslicht am Spiegel mit 3500–4500 K und CRI 90+, und Stimmungslicht an der Wanne, warm und gedimmt. Plane jede Ebene einzeln, und das Bad wird dir um sieben Uhr morgens genauso gut dienen wie um zehn Uhr abends. Die volle Auswahl findest du bei Badleuchten, beleuchteten Spiegeln und Deckenleuchten.