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Art déco Deckenlampen

Art déco Deckenlampen

Art déco Deckenlampen

Art déco Deckenlampen sind die deckennahe Bauform des Stils: eine flache Schale oder ein niedriger Zylinder aus Opalglas, gefasst in einen Messing- oder Chromring, direkt an der Decke montiert. Genau diese Form hat in den zwanziger und dreißiger Jahren Hausflure, Ladenlokale und Berliner Mietshausdielen beleuchtet, und sie ist bis heute die einzige stilgerechte Lösung, wenn der Raum kein Pendel verträgt. Wer unter 250 cm Raumhöhe wohnt oder eine Leuchte über einem Verkehrsweg braucht, landet zwangsläufig hier.

Wann die flache Bauform die richtige ist

Die Entscheidung fällt an drei Stellen, und keine davon hat mit Geschmack zu tun.

  • Raumhöhe unter 250 cm – ein Pendel würde die freie Kopfhöhe von etwa 210 cm unterschreiten oder den Raum optisch zusammendrücken. Eine Deckenlampe mit 12 bis 20 cm Bauhöhe lässt die Decke, wie sie ist.
  • Türen und Durchgänge – überall, wo jemand mit einem Wäschekorb durchgeht, darf nichts hängen. Flur, Diele, Vorratsraum und Treppenpodest sind klassische Deckenlampenplätze.
  • Dachschrägen – bei geneigten Decken hängt ein Pendel schief oder gar nicht. Deckenlampen lassen sich flach auf die Schräge setzen, sofern die Leuchte für Schrägmontage freigegeben ist.

Die Formen, die dieser Stil an der Decke hervorgebracht hat

Vier Grundformen wiederholen sich, und sie unterscheiden sich weniger im Aussehen als in der Lichtwirkung.

Grundformen und ihre Lichtwirkung FormErkennungsmerkmalLicht Opalglasschalehalbrund, milchig, Metallring am Randsehr gleichmäßig, blendfrei, wenig Schatten Gestufter Tellerzwei bis drei Scheiben in abnehmendem Durchmesserweich nach unten, Lichtsaum an der Decke Kannelierter Zylindersenkrechte Rippen, gerade Wandunggerichtet nach unten, streifiges Glanzbild Offener Messingringsichtbares Leuchtmittel in einem Ring oder Käfighart und punktförmig, dekorativ statt funktional

Für Flur und Bad ist die geschlossene Opalglasschale die verlässlichste Wahl, weil sie das Leuchtmittel vollständig verdeckt und aus jedem Blickwinkel gleich aussieht. Der offene Messingring ist reine Dekoration und braucht ein Leuchtmittel, das aussieht, als hätte man es ausgesucht.

Durchmesser nach Raumgröße

Eine zu kleine Deckenlampe wirkt in einem großen Raum wie vergessen, eine zu große im Flur wie eine Fehlbestellung. Als Ausgangspunkt taugt die folgende Zuordnung; sie gilt für die Leuchte in der Raummitte, nicht für eine Reihe mehrerer Leuchten.

Anhaltswerte für den Durchmesser RaumFlächeDurchmesser Flur, schmalbis 6 m²25 bis 30 cm Schlafzimmer, Arbeitszimmer10 bis 15 m²35 bis 45 cm Wohnzimmer18 bis 25 m²45 bis 60 cm Großer Wohnraumüber 25 m²zwei Leuchten statt einer

In langen Fluren ist eine Reihe aus zwei oder drei kleineren Leuchten fast immer besser als eine große in der Mitte. Der Abstand zwischen ihnen sollte ungefähr der Raumhöhe entsprechen, also etwa 2,5 m, und der Abstand zur Stirnwand die Hälfte davon.

Bad, Küche und Feuchtraum

Dekorative Innenleuchten dieses Stils sind in aller Regel IP20 – geschützt gegen Fremdkörper, nicht gegen Wasser. Im Badezimmer heißt das: außerhalb der Schutzbereiche zulässig, also an der Decke über dem Waschtischbereich eines gut belüfteten Bades. Im Bereich um Wanne und Dusche ist mindestens IP44 gefordert, und dort gehört eine unlackierte Messingleuchte ohnehin nicht hin, weil sie unter Dauerfeuchte fleckig anläuft. In der Küche ist die Deckenlampe unproblematisch, sofern sie nicht direkt über dem Kochfeld sitzt – Fettdampf setzt sich auf Opalglas fest und lässt sich von kanneliertem Glas nur mühsam entfernen.

Was diese Bauform vom Pendel unterscheidet

Die flache Montage verändert das Licht spürbar. Weil die Lichtquelle nah an der Decke sitzt, wird die Decke selbst mitbeleuchtet, der Raum wirkt höher und die Schatten werden weicher. Zugleich fehlt die Lichtinsel, die ein Pendel über einem Tisch erzeugt. Wer beides möchte, kombiniert: eine Deckenlampe als Grundlicht und eine Pendelleuchte Art déco über dem Esstisch, beide in derselben Metalloberfläche. Die Übersicht über alle Deckenbauformen des Stils steht unter Deckenleuchten Art déco.

Häufige Fragen

Wie viel Lumen braucht eine Deckenlampe im Wohnzimmer?

Für das Grundlicht rechnet man mit 100 bis 150 Lumen je Quadratmeter, in einem 20 m² großen Wohnzimmer also mit 2000 bis 3000 Lumen insgesamt. Eine einzelne Leuchte hinter Opalglas erreicht das selten allein; ergänzendes Licht aus einer Steh- oder Tischleuchte ist eingeplant, nicht optional.

Welche Farbtemperatur passt zu Messing und Opalglas?

2700 K. Kühleres Licht ab 4000 K lässt Messing grünlich und Opalglas grau wirken. Wenn das Leuchtmittel sichtbar bleibt, sind 2200 K noch stimmiger, weil sie dem Licht der zwanziger Jahre näher kommen.

Kann man eine Deckenlampe an eine Dachschräge montieren?

Nur wenn der Hersteller die Schrägmontage ausdrücklich freigibt. Bei Modellen mit lose aufliegendem Glas oder mit Schraubverschluss von unten kann die Neigung sonst dazu führen, dass das Glas nicht sicher sitzt.

Wie wird Opalglas sauber?

Abnehmen, mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel abwaschen, vollständig trocknen lassen, erst dann wieder einsetzen. Scheuermittel hinterlassen feine Kratzer, in denen sich später Staub festsetzt.

Passt eine Deckenlampe dieses Stils in den Flur einer Altbauwohnung?

Sehr gut, denn dafür wurde die Form gebaut. In Altbauten mit hohen Decken über 300 cm kann allerdings auch ein kurzes Pendel sinnvoll sein, weil eine deckenbündige Leuchte dort sehr weit weg vom Boden hängt und wenig Licht unten ankommt.