Retro Deckenleuchten fassen alles zusammen, was in den fünfziger und sechziger Jahren an die Decke gehörte: die flach anliegende Opalglasschale, das lange Pendel mit Trichter- oder Glockenschirm und den Sputnik-Leuchter mit sternförmig abstehenden Armen. Die drei Bauformen teilen dieselbe Formensprache – milchiges Glas, konische Silhouetten, dünnes Metall, Messing als Akzent –, lösen aber ganz verschiedene Aufgaben. Diese Seite hilft bei der Entscheidung, welche der drei es werden soll.
Zuerst die Raumhöhe, dann der Stil
Vor Durchmesser und Material steht eine einzige Zahl: der Abstand von Boden zu Decke. Unter Verkehrswegen, also überall dort, wo Menschen aufrecht durchgehen, sollte die Unterkante der Leuchte nicht unter etwa 210 cm liegen. Alles Weitere folgt daraus.
Bauform nach Raumhöhe und Position
RaumhöheÜber einem TischIn freier Raummitte
bis 240 cmkurzes Pendel, Höhe kürzbarflach anliegende Deckenlampe
240 bis 270 cmPendel mit OpalglasglockeKugel auf kurzem Stiel oder flache Schale
270 bis 320 cmPendel oder DreiergruppeSputnik-Leuchter mit Ausladung
über 320 cmlanges Pendel oder Kaskadegroßer Sputnik über zwei Etagen
Die drei Bauformen im Vergleich
Was die Bauform im Betrieb ausmacht
DeckenlampePendelleuchteSputnik-Leuchter
Bauhöhe10 bis 25 cmüber die Aufhängung einstellbar40 bis 90 cm, dazu Ausladung in die Breite
Lichtverteilungbreit und gleichmäßiggerichtet nach unten, klare Lichtinselvielpunktig, in alle Richtungen
AufgabeGrundlichtZonenlicht über Tisch oder InselBlickpunkt und Grundlicht zugleich
Anzahl Leuchtmitteleines bis dreimeist einessechs bis zwölf, alle identisch
Wo sie scheitertschafft keine Stimmung alleinim Durchgang im Wegzu breit für kleine Räume
Für die konkreten Modelle führen drei Seiten weiter: Retro Deckenlampen für die deckennahe Montage, Retro Pendelleuchten über Tisch und Kücheninsel und Mid Century Kronleuchter für den Sputnik und seine Verwandten.
Der Sputnik und warum er so heißt
Im Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit, eine Kugel mit vier abstehenden Antennen. Innerhalb weniger Jahre tauchte diese Silhouette in Leuchtenkatalogen auf: eine Mittelkugel, aus der gleich lange Stäbe strahlenförmig in alle Richtungen zeigen, an deren Enden kleine Glaskugeln oder Metallkegel sitzen. Der Reiz der Form liegt darin, dass sie räumlich wirkt – sie besetzt Volumen statt Fläche. Genau das macht sie in Räumen unter 250 cm Raumhöhe schwierig und in Dielen, Treppenhäusern und offenen Wohnräumen mit hoher Decke stark.
Wie viel Licht die Decke liefern muss
Grober Lichtbedarf des Grundlichts
RaumLumen je QuadratmeterBei 20 m²
Wohnzimmer100 bis 1502000 bis 3000 lm
Esszimmer150 bis 2003000 bis 4000 lm
Küche und Arbeitsbereich250 bis 3005000 bis 6000 lm
Fluretwa 1002000 lm
Die Werte gelten für die Summe aller Lichtquellen im Raum. Eine dekorative Einzelleuchte hinter Opalglas erreicht sie nicht allein, und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Vielarmige Bauformen sind hier im Vorteil, weil sie die gleiche Lichtmenge auf mehrere kleine Quellen verteilen und dadurch weichere, überlagerte Schatten erzeugen.
Montage: was vorher geklärt sein sollte
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Tragfähigkeit – ein vielarmiger Leuchter aus Metall und Glas gehört nicht an einen einfachen Dübel in einer Gipskartondecke, sondern an einen Hohlraumdübel mit ausgewiesener Traglast oder an die Unterkonstruktion.
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Baldachin und Auslass – der Baldachin muss die vorhandene Dose vollständig abdecken. In Altbauten sitzt der Auslass oft nicht mittig, was sich mit einer Kette und einem Deckenhaken korrigieren lässt.
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Kürzbarkeit – bei Pendeln zählt, ob Kabel, Seil oder Stange gekürzt werden können und wie weit. Diese Angabe steht bei der jeweiligen Leuchte.
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Ausladung – bei Sternformen ist nicht die Bauhöhe das Problem, sondern der Durchmesser. Er sollte in einem Wohnraum deutlich unter der Hälfte der kürzeren Raumseite bleiben.
Häufige Fragen
Deckenlampe oder Pendelleuchte über dem Esstisch?
Über dem Esstisch das Pendel. Es bringt das Licht auf 60 bis 70 cm an die Tischplatte heran und rückt die Tischrunde optisch zusammen. Eine flache Deckenlampe leuchtet den Raum aus, schafft aber keine Zone.
Wie viele Leuchtmittel braucht ein Sputnik?
So viele, wie er Arme hat – üblich sind sechs bis zwölf, meist mit kleiner Fassung. Alle sollten identisch sein und am besten gleichzeitig gekauft werden, damit ein Ausfall nicht zu einem sichtbaren Farbunterschied führt.
Passt der Stil in einen Neubau mit 250 cm Raumhöhe?
Sehr gut, denn für genau diese Höhen wurde er entworfen. Über einem Tisch ist ein Pendel unproblematisch; in der freien Raummitte bleibt die flach anliegende Bauform die belastbarere Wahl.
Was unterscheidet diese Leuchten von anderen Retro-Formen?
Der Zeitbezug und das Vokabular. Hier geht es um die Nachkriegsmoderne mit Opalglas, Trichterschirmen und Sternformen. Breiter zurückgreifende, nostalgische Formen finden sich etwa unter Kronleuchter Retro.
Lässt sich eine Deckenleuchte dimmen?
Ja, sofern das Leuchtmittel als dimmbar gekennzeichnet ist und der Dimmer zur Technik passt. Bei LED ist meist ein Phasenabschnittdimmer richtig; dessen Mindestlast wird von einem einzelnen LED-Leuchtmittel häufig unterschritten, weshalb mehrflammige Bauformen im Vorteil sind.