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Art déco Stehlampen

Art déco Stehlampen

Art déco Stehlampen

Eine Art déco Stehlampe ist eine senkrechte Linie mit einem Gewicht am Boden. Der Fuß ist rund, gestuft und schwer – Messing über Marmor, Onyx in Scheiben geschichtet, schwarz lackiertes Metall mit poliertem Ring –, der Schaft ist glatt oder kanneliert, und oben sitzt ein Opalglasschirm, eine gefasste Glaskugel oder ein straff geschnittener Textilkegel. Sie wurde für Räume entworfen, in denen es kein Deckenlicht gab oder keines geben sollte: Hotelhalle, Rauchsalon, Wohnzimmer mit Flügeltüren.

Die Höhe, die zum Sitzplatz passt

Bei einer Stehleuchte gibt es keine allgemeingültige Idealhöhe, sondern nur eine, die zum Sessel passt. Der Bezugspunkt ist die Schulterhöhe im Sitzen, also etwa 110 bis 130 cm über dem Boden.

Höhe nach Aufgabe AufgabeGesamthöheLichtaustritt Leselicht neben dem Sessel140 bis 160 cmseitlich hinter der Schulter, 120 bis 130 cm Stimmungslicht in der Raumecke150 bis 180 cmoberhalb der Kopfhöhe im Sitzen Bogenleuchte über dem Sofa180 bis 210 cm, Ausladung 100 bis 200 cmfrei über dem Sitzbereich Indirektes Licht an der Wand170 bis 190 cmnach oben offen, Wandabstand 20 bis 40 cm

Für das Lesen ist die seitliche Position entscheidender als die Helligkeit: Steht die Leuchte hinter der Schulter, fällt das Licht auf die Seite und wirft keinen Schatten der eigenen Hand auf das Buch. Direkt frontal aufgestellt blendet dieselbe Leuchte.

Die Bauformen dieses Stils

  • Säulenleuchte mit Glasschirm – gerader Schaft, oben eine halbrunde Opalglasschale oder eine Kugel im Messingring. Die stiltypischste Form und die neutralste im Raum.
  • Fächerleuchte – nach oben geöffneter Schirm mit strahlenförmigen Rillen. Wirft das Licht an die Decke, wodurch der ganze Raum weich aufgehellt wird.
  • Leuchte mit schwenkbarem Kopf – Kugelgelenk oder verstellbarer Arm in Messing. Die funktionalste Variante, dicht an dem, was in den zwanziger Jahren an deutschen Werkstattleuchten entwickelt wurde.
  • Dreibein – drei schlanke Beine, oft mit Messingfüßen, dazu ein konischer Schirm. Steht stabil auf unebenem Boden und braucht wenig Stellfläche.
  • Bogenleuchte – schwerer Sockel, weit ausgreifender Bogen, Schirm über der Sitzgruppe. Ersetzt eine Pendelleuchte dort, wo kein Deckenauslass sitzt.

Standfestigkeit und Kabel

Eine Stehleuchte steht frei im Raum, deshalb sind zwei praktische Fragen wichtiger als bei jeder anderen Bauform. Erstens der Sockel: Je weiter der Schirm aus der Achse ragt – bei Bogen- und Schwenkarmleuchten deutlich –, desto schwerer und breiter muss der Fuß sein. Marmor und massives Metall sind hier kein Schmuck, sondern das Gegengewicht. Zweitens das Kabel: Es läuft sichtbar über den Boden, wenn die Leuchte frei im Raum steht. Ein Platz neben einem Möbelstück, eine Steckdose in der Sockelleiste oder eine Kabelführung entlang der Wand lösen das; ein quer durch den Raum gespanntes Kabel ist eine Stolperstelle. Ein Fußschalter am Kabel ist bei diesem Stil die praktischste Bedienung, weil man nicht in den Schirm greifen muss.

Licht: eine Insel, kein Flutlicht

Stehleuchten arbeiten am besten als zweite oder dritte Lichtquelle im Raum. Für das Wohnzimmer rechnet man in Summe mit 100 bis 150 Lumen je Quadratmeter; die Stehleuchte übernimmt davon einen deutlich sichtbaren, aber begrenzten Anteil. Zum Lesen sind punktuell etwa 500 Lux auf der Buchseite sinnvoll, was aus einer gerichteten Leuchte mit 600 bis 900 Lumen erreichbar ist. Bei einer nach oben abstrahlenden Fächerleuchte gilt das nicht: Ihr Licht wird über die Decke zurückgeworfen und verliert dabei Helligkeit, dafür wird es schattenarm. Warmweiß mit 2700 K passt zu Messing und Opalglas; bei sichtbarem Filament sind 2200 K stimmiger. Dimmbarkeit ist bei einer Leseleuchte kein Zusatz, sondern der Unterschied zwischen Arbeitslicht und Abendlicht.

Wo sie im Raum steht

Drei Plätze funktionieren erfahrungsgemäß am besten: neben dem Sessel, in der Raumecke hinter dem Sofa und neben einem Sideboard als Höhenpunkt einer Gruppe. Nicht funktionieren: mitten in der Verkehrsfläche, direkt vor einem Fenster, wo sie abends gegen die eigene Spiegelung arbeitet, und frei neben einem Durchgang, wo sie zwangsläufig angestoßen wird. Wenn im selben Raum bereits eine Deckenleuchte des Stils hängt, sollte die Stehleuchte dieselbe Metalloberfläche haben, aber nicht dieselbe Form – zwei gestufte Opalglaskörper im gleichen Blickfeld wirken wie ein Versehen.

Häufige Fragen

Wie weit sollte die Stehleuchte vom Sessel entfernt stehen?

Etwa 40 bis 60 cm seitlich versetzt und leicht hinter der Rückenlehne. So liegt der Lichtaustritt außerhalb des Blickfelds, und die Buchseite wird von der Seite beleuchtet statt von vorn.

Ersetzt eine Bogenleuchte die Deckenleuchte?

Über der Sitzgruppe oft ja, über dem Esstisch selten. Eine Bogenleuchte bringt Licht an eine Stelle, an der kein Deckenauslass sitzt, braucht dafür aber einen schweren Sockel und eine freie Fläche für den Fuß. Über dem Esstisch bleibt die Pendelleuchte Art déco die präzisere Lösung.

Marmorfuß oder Metallfuß?

Marmor ist schwerer, wärmer in der Zeichnung und die historisch treuere Wahl; er ist allerdings offenporig und empfindlich gegen Öl und Rotwein. Metall ist unempfindlicher und meist schmaler im Grundriss, was in engen Räumen den Ausschlag gibt.

Welche Höhe passt in einen Raum mit 240 cm Decke?

Bis etwa 180 cm bleibt jede Bauform unproblematisch. Bei nach oben abstrahlenden Leuchten in niedrigen Räumen entsteht auf der Decke ein deutlich sichtbarer heller Fleck – wer das nicht möchte, wählt einen geschlossenen Schirm.

Was passt daneben auf den Beistelltisch?

Nichts Zweites in derselben Höhe. Eine kleine Art déco Tischlampe setzt einen zweiten Lichtpunkt nur dann sinnvoll, wenn sie deutlich niedriger ist; die übrigen Bauformen des Stils stehen unter Art déco Lampen.