Design Wandleuchten sind die einzige Leuchtenart, die nichts vom Raum wegnimmt: Sie brauchen keine Stellfläche, keinen Beistelltisch und keinen Deckenpunkt in der Raummitte. Genau deshalb sind sie in kleinen Wohnungen, im Flur, am Bett und neben der Treppe oft die klügere Lösung als eine weitere Steh- oder Deckenleuchte. Und weil sie auf Augenhöhe an der Wand sitzen, wird ihre Form ständig gesehen – eine Wandleuchte ist immer auch ein Wandobjekt.
Die Anschlussdose bestimmt, was überhaupt in Frage kommt
Bevor Sie eine Wandleuchte aussuchen, sehen Sie sich an, was an der Wand vorhanden ist. In deutschen Wohnungen sitzt der Wandauslass an einer festen Stelle, meist in einer genormten Unterputzdose, und die Leuchte muss diese Dose vollständig verdecken. Die Wandplatte oder der Baldachin sollte dafür rund oder eckig mindestens den Dosendurchmesser abdecken – bei sehr schlanken, minimalistischen Entwürfen ist das nicht selbstverständlich, und dann bleibt ein Ring aus alter Wandfarbe sichtbar.
Ist gar kein Auslass vorhanden, gibt es zwei Wege. Entweder Sie lassen einen legen, was Stemmarbeiten bedeutet, oder Sie wählen eine Leuchte mit sichtbarer Zuleitung und Stecker. Die zweite Variante ist in Mietwohnungen die praktische Lösung und bei vielen gestalterisch ernst gemeinten Modellen ausdrücklich Teil des Entwurfs: Textilkabel, Stoffummantelung und Kabelhalter gehören dort zum Bild und werden nicht versteckt.
Montagehöhe nach Aufgabe
Wo Wandleuchten sitzen und warum genau dort
OrtHöhe über dem BodenLichtrichtungWorauf zu achten ist
Neben dem Bett110 bis 130 cm, etwa 50 bis 60 cm über der MatratzeGerichtet nach unten, schwenkbarSchalter muss im Liegen erreichbar sein; seitlich versetzt montieren, nicht mittig über dem Kopf
Flur160 bis 180 cmNach oben und unten, indirektMehrere kleine Leuchten im Abstand von 2 bis 3 m wirken ruhiger als eine helle
TreppenhausAn jedem Absatz, 150 bis 170 cm über der StufeNach unten auf die StufenkanteKeine blendende Lichtquelle auf Augenhöhe der abwärts Gehenden
Neben einem Bild oder SpiegelAuf Objektmitte, meist 150 bis 165 cmAuf die Fläche gerichtetPaarweise links und rechts; einseitig entstehen harte Schlagschatten
Badezimmer am Spiegel160 bis 180 cmBreit streuend auf das GesichtSchutzart nach Schutzbereich wählen; im Bereich um Wanne und Dusche gelten eigene Anforderungen
Was die Klassiker an der Wand gelöst haben
Die bekanntesten Wandleuchten der Designgeschichte sind Antworten auf mechanische Fragen. Die französische Moderne hat die schwenkbare Wandleuchte mit Klappe eingeführt, bei der ein bewegliches Blech das Licht wahlweise an die Wand oder in den Raum lenkt – eine Leuchte, zwei völlig verschiedene Stimmungen, ohne dass irgendetwas gedimmt wird. Die schwarzen Gelenkarme derselben Zeit bringen den Lichtpunkt bis zu einem Meter von der Wand weg, was am Bett oder am Sessel den Unterschied zwischen Dekoration und brauchbarem Leselicht ausmacht.
Aus diesen Entwürfen folgt eine Kaufregel, die für jede Wandleuchte gilt: Beweglichkeit schlägt Silhouette. Eine feste Wandleuchte kann nur, wofür sie gebaut wurde. Eine schwenkbare kann heute Leselicht am Sessel und nach dem Umstellen der Möbel Wandfluter sein. Prüfen Sie deshalb, ob Gelenke einstellbar sind und ob sie ihre Position halten, wenn sie einmal eingestellt sind.
Nach oben, nach unten oder beides
Die Lichtverteilung ist bei Wandleuchten wichtiger als bei jeder anderen Bauform, weil die Wand direkt daneben jeden Fehler zeigt.
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Nur nach unten ergibt einen scharf gezeichneten Lichtkegel auf der Wand und Licht auf Sitzhöhe. Gut über der Arbeitsplatte, am Bett und an der Treppe.
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Nur nach oben wirft das Licht an die Decke und gibt weiches, indirektes Raumlicht ohne jede Blendung. Braucht eine helle Decke, sonst verpufft die Wirkung.
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Beides zugleich ist die verbreitete Wahl im Flur und im Wohnraum: Zwei Lichtkegel zeichnen eine Sanduhr auf die Wand und machen aus einer Fläche eine Struktur.
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Rundum leuchtend mit Opalglas oder Textil ersetzt eher eine kleine Deckenleuchte und ist die richtige Wahl, wenn die Wandleuchte die einzige Lichtquelle im Raum ist.
Ein Hinweis zur Wandoberfläche: Auf glattem, hellem Putz sieht der scharfe Lichtkegel einer gerichteten Leuchte präzise aus. Auf grobem Rauputz zeichnet dasselbe Licht jede Unebenheit nach, und das kann gewollt oder unangenehm sein – ansehen sollte man es sich vor der Montage.
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Für dieselbe Bauform in anderer Handschrift lohnt der Blick auf Retro Wandleuchten mit den Formen der Fünfziger und Sechziger, auf Wandlampen im Vintage-Look mit gealtertem Metall und auf Wandleuchten im Japandi-Stil, wenn es zurückhaltend und hell bleiben soll. Die Gesamtübersicht über Leuchten mit Autor steht unter Designer Lampen.
Häufige Fragen
Wie viele Wandleuchten braucht ein Flur?
Rechnen Sie mit einer Leuchte alle zwei bis drei Meter, je nach Lichtstrom. Mehrere schwache Lichtpunkte machen einen schmalen Flur länger und ruhiger; eine einzige helle Leuchte erzeugt eine Insel und lässt die Enden dunkel wirken. Bei Leuchten mit Licht nach oben und unten reichen oft geringere Lumenwerte, weil die Wandfläche mitarbeitet.
Welche Schutzart brauche ich im Bad?
Das hängt vom Abstand zu Wanne und Dusche ab, für den in der Elektroinstallation abgestufte Schutzbereiche definiert sind. Direkt an der Dusche gelten die strengsten Anforderungen, im übrigen Raum reichen üblicherweise spritzwassergeschützte Leuchten ab IP44. Eine Leuchte mit IP20 gehört nicht in die Nähe von Wanne oder Dusche, auch wenn sie dort gut aussähe.
Wandleuchte mit eigenem Schalter oder über den Wandschalter?
Ein Schalter direkt am Gehäuse ist am Bett und am Sessel fast immer die bessere Lösung, weil die Leuchte dann unabhängig vom Rest des Raums bedient wird. Über den Wandschalter geschaltete Leuchten sind sinnvoll, wenn mehrere Leuchten gemeinsam an- und ausgehen sollen, etwa im Flur oder am Treppenlauf.
Wie verstecke ich das Kabel bei Aufputzmontage?
Entweder Sie folgen der Wandkante und führen die Leitung senkrecht zur nächsten Steckdose, oder Sie machen das Kabel zum Teil des Bildes. Textilkabel mit passenden Wandhaltern lassen sich bewusst in einer Linie oder in einem Bogen verlegen – das wirkt gestaltet, während ein zufällig quer laufendes weißes Kabel immer nach Provisorium aussieht.
Kann eine Wandleuchte ein Bild ersetzen?
An einer leeren Wand ja. Eine Wandleuchte mit klarer Silhouette wirkt auch am Tag als Objekt, und in Räumen, in denen jede freie Fläche schon belegt ist, ist sie oft der einzige Platz, an dem noch etwas Gestaltetes hinpasst. Halten Sie in diesem Fall den Metallton mit den übrigen Beschlägen im Raum zusammen.