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Wandlampen orientalisch

Wandlampen orientalisch

Wandlampen orientalisch

Eine Wandlampe orientalisch ist im Kern eine halbierte Laterne: ein Korpus aus durchbrochenem oder getriebenem Messing, hinten flach an einer Wandplatte, vorne und seitlich mit geometrischen Öffnungen. Weil sie direkt an der Wand sitzt, tut sie etwas, was eine hängende Laterne nicht kann – sie zeichnet ihr Muster unmittelbar auf die Fläche hinter und über sich, scharf und groß. Marokkanische Wandlaternen wurden genau dafür gebaut: für schmale Gänge, in denen das Muster wichtiger ist als die Helligkeit.

Montagehöhe: die Blendung entscheidet

Bei durchbrochenen Leuchten gilt eine Zusatzregel gegenüber geschlossenen Wandleuchten. Man sieht durch sie hindurch, und sobald das Leuchtmittel im Blickfeld liegt, blendet die schönste Laterne. Als Ausgangswert dient eine Mitte zwischen 150 und 170 cm über dem fertigen Fußboden – auf Augenhöhe, aber mit dem Lichtaustritt oberhalb der direkten Blicklinie.

Höhe und Abstand nach Situation OrtHöhe über dem BodenAbstand Flur und Diele160 bis 175 cmalle 2 bis 2,5 m Treppenhaus170 cm über der jeweiligen Stufealle drei bis vier Stufen Neben dem Bett60 bis 70 cm über der Matratzeje Bettseite eine Neben dem Spiegel160 bis 180 cmje 40 bis 50 cm seitlich der Spiegelmitte Wohnzimmer, als Akzent150 bis 165 cmeinzeln oder paarweise

Die verlässlichste Kontrolle ist die Blickprobe an Ort und Stelle: Setzen oder stellen Sie sich dorthin, wo Sie später sind, und prüfen Sie, ob durch eine Öffnung direkt in das Leuchtmittel zu sehen ist. Wenn ja, hilft entweder eine höhere Montage oder ein mattes Leuchtmittel.

Wie das Muster auf die Wand kommt

Drei Faktoren bestimmen, wie die Zeichnung aussieht, und alle drei lassen sich beeinflussen.

  • Die Art des Leuchtmittels – je kleiner und klarer die Lichtquelle, desto schärfer die Kanten des Musters. Eine matte Kugellampe erzeugt an derselben Laterne einen weichen, verwaschenen Schatten.
  • Der Wandabstand – je näher der Korpus an der Wand sitzt, desto kleiner und schärfer das Muster; je weiter er absteht, desto größer und weicher wird es.
  • Die Wandfläche – eine glatte, helle Wand zeigt jede Linie. Auf Raufaser, dunkler Farbe oder Fliesen verliert das Muster einen großen Teil seiner Wirkung.

Die Techniken und was sie unterscheiden

Durchbrochen, getrieben, mosaikverglast TechnikHerkunftWirkung an der Wand Durchbrochenes Messingmarokkanischklar gezeichnete Sterne und Ranken, hoher Kontrast Filigran, feine Lochungindischdichtes Netz aus kleinen Lichtpunkten Getriebenes und ziseliertes Messingindisch, nordafrikanischkaum Muster, dafür ein plastisch schimmernder Korpus Mosaikglas in Messingfassungtürkischfarbige Lichtflecken statt Schattenzeichnung Farbiges Glas hinter dem DurchbruchmarokkanischMuster und Farbe zugleich, deutlich weniger Licht

Licht, Farbtemperatur und Menge

Diese Bauform liefert wenig Licht, und das ist kein Mangel, sondern die Konstruktion: Der größte Teil bleibt im Metall, der Rest verteilt sich über die Öffnungen. Für die Musterwirkung reichen 150 bis 400 Lumen je Leuchte völlig aus – eine sehr helle Laterne hellt die Wand insgesamt auf und löscht damit ihr eigenes Muster. Die Farbtemperatur gehört in den warmen Bereich, 2200 bis 2700 K; ab 4000 K wirkt Messing grünlich, und die Wärme, die diesen Stil ausmacht, geht verloren. Für einen Flur mit 6 m² sollten alle Lichtquellen zusammen etwa 600 Lumen ergeben – zwei Wandlaternen tragen dazu einen Teil bei, ersetzen aber kein Deckenlicht, wenn der Gang auch zum Suchen und Anziehen taugen soll.

Anschluss, Montage, Feuchtraum

Drei praktische Punkte. Erstens der Anschluss: Ohne Wandauslass an der gewünschten Stelle bleibt ein Aufputzkabel oder eine Leuchte mit Stecker und Zwischenschalter. Zweitens die Befestigung – Messinglaternen sind schwerer als Blechleuchten, in Gipskarton gehört dazu ein Hohlraumdübel mit ausgewiesener Traglast. Drittens der Feuchtraum: Dekorative Innenleuchten sind in der Regel IP20 und dürfen nur außerhalb der Schutzbereiche montiert werden. Im Bad heißt das die Wand neben dem Spiegel eines gut belüfteten Raums, nicht der Bereich um Wanne und Dusche, in dem mindestens IP44 gefordert ist. Unbeschichtetes Messing läuft unter Dauerfeuchte zudem schnell und ungleichmäßig an.

Häufige Fragen

Wie viele Wandlaternen braucht ein Flur?

Selten nur eine. Der Abstand zwischen zwei Leuchten entspricht ungefähr der Raumhöhe, also etwa 2,5 m, zur Stirnwand die Hälfte davon. In einem 5 m langen Gang ergeben sich daraus zwei. Bei diesem Stil ist die Wiederholung Teil der Wirkung, weil die Muster einander überlagern.

Warum ist mein Muster unscharf?

Fast immer wegen des Leuchtmittels. Eine matte oder opale Lampe erzeugt einen weichen Schatten, eine klare, kompakte Lampe eine scharfe Zeichnung. Der zweite häufige Grund ist zu viel Umgebungslicht: Bei hellem Deckenlicht verschwindet das Muster fast vollständig.

Läuft Messing an?

Unlackiertes ja, und bei dieser Leuchtenfamilie ist das erwünscht, weil die Zeichnung mit der Patina an Tiefe gewinnt. Wer den hellen Ton zurück möchte, poliert mit Messingpolitur und kommt an den Durchbrüchen mit einem weichen Pinsel in die Ecken. Lackiertes Messing verträgt keine Politur, nur ein trockenes Tuch.

Passt eine Wandlaterne über das Bett?

Als Stimmungslicht ja, als Leselicht kaum. Ein Durchbruchmuster ist auf der Buchseite unruhig, und die Lichtmenge reicht nicht. Sinnvoll ist die Kombination: die Laterne für die Atmosphäre, eine gerichtete Leuchte für das Lesen.

Was passt sonst noch dazu?

Weitere Leuchten aus derselben Materialfamilie, aber in anderer Bauform. Hängelaternen und Tischlaternen stehen unter Orientalische Lampen; wer die verwandte, textilere Boho-Richtung mit Rattan und Naturfasern sucht, findet sie unter Wandleuchten Boho und Nachttischlampen Boho.