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Leuchtstoffröhren und Leuchten

Leuchtstoffröhren und Leuchten

Leuchtstoffröhren und Leuchten

Eine Leuchtstoffröhre ist eine Niederdruck-Entladungslampe: In der Glasröhre zündet ein Gasgemisch aus Argon und etwas Quecksilberdampf, die Leuchtschicht auf der Innenseite macht aus der UV-Strahlung sichtbares Licht. In der Industriebeleuchtung steckt sie in Wannenleuchten, Feuchtraumleuchten und Rasterleuchten – überall dort, wo eine Fläche gleichmäßig und blendarm ausgeleuchtet werden soll, von der Werkstatt bis zum Kellerflur.

Wer heute eine Leuchte für Leuchtstoffröhren plant, ersetzt meist eine vorhandene oder will die Optik einer Halle beibehalten. Entscheidend sind dann Röhrentyp und Länge, das Vorschaltgerät und die Frage, ob später eine LED-Röhre hineinpasst.

Welche Arten von Leuchtstoffröhren gibt es?

Das „T“ in der Bezeichnung steht für tubular, die Zahl für den Durchmesser in Achtelzoll. Für Leuchten in Gewerbe und Werkstatt sind drei Gruppen relevant:

  • T8 mit Sockel G13 – 26 mm Durchmesser, der Klassiker in Garagen, Lagern und älteren Büros.
  • T5 mit Sockel G5 – 16 mm, einige Zentimeter kürzer als T8 und nur am elektronischen Vorschaltgerät zu betreiben; als HE-Variante sparsam, als HO-Variante besonders hell.
  • Kompaktleuchtstofflampen mit Stecksockel – 2G11, G24d oder G24q in Downlights und Deckenleuchten für Flure und Treppenhäuser, dazu Ringröhren mit 2GX13 oder G10q.

Leuchtstoffröhren: Längen und Leistungen im Überblick

Röhre Länge (ca.) Leistung Lichtstrom (Richtwert) Typische LED-Röhre
T8 / G13 60 cm 18 W ca. 1350 lm 8–10 W
T8 / G13 120 cm 36 W ca. 3350 lm 16–18 W
T8 / G13 150 cm 58 W ca. 5200 lm 20–24 W
T5 / G5 (HE) 55–145 cm 14–35 W je nach Länge T5-LED, nur passend zum EVG
T5 / G5 (HO) 55–145 cm 24–80 W je nach Länge T5-LED, nur passend zum EVG

Die Lichtfarbe steht im dreistelligen Code: Die erste Ziffer nennt die Farbwiedergabe (8 = Ra über 80), die beiden folgenden die Farbtemperatur in Hundert Kelvin. 840 bedeutet also Neutralweiß mit 4000 K – üblich für Werkstatt und Büro. 865 ist tageslichtweiß, 830 warmweiß.

KVG, VVG oder EVG – was steckt in der Leuchte?

Ohne Vorschaltgerät leuchtet keine Leuchtstoffröhre. Ältere Leuchten arbeiten mit einem konventionellen (KVG) oder verlustarmen (VVG) Vorschaltgerät plus Starter. Sie flackern beim Zünden ein paarmal, können brummen und das Licht pulsiert mit 100 Hz. An Drehmaschinen ist das heikel, weil rotierende Teile durch den Stroboskopeffekt stillzustehen scheinen. Ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) zündet sofort, arbeitet geräuschlos, flimmerfrei und verlängert die Lebensdauer der Röhre. Häufiges kurzes Schalten verkürzt die Lebensdauer an KVG/VVG fast um die Hälfte, am EVG mit Vorheizung kaum.

Feuchtraum, Kälte, Halle: worauf es ankommt

Für Garage, Waschplatz, Kühlraum oder Tiefgarage gehört die Röhre in eine Feuchtraumleuchte nach IP65 mit Wanne aus Polycarbonat. Im trockenen Büro reicht IP20; eine Rasterleuchte begrenzt dort die Blendung am Bildschirm. Als Richtwerte nach DIN EN 12464-1 gelten etwa 100–200 lx im Lager, 300–500 lx in der Werkstatt und 500 lx am Schreibtisch.

In der unbeheizten Garage zündet eine Leuchtstoffröhre bei Frost zögerlich und erreicht nicht ihre volle Helligkeit. T5 verliert dabei deutlich mehr als T8 – für kalte Räume ist eine T8 in geschlossener Wannenleuchte die bessere Wahl.

Wichtig für die Sicherheit: Die Leuchte muss geerdet sein, normale Dimmer funktionieren nicht (Dimmen braucht ein dimmbares EVG mit DALI oder 1–10 V), und jeder Eingriff in die Verdrahtung ist Sache einer Elektrofachkraft.

Häufige Fragen

Kann ich eine Leuchtstoffröhre ohne Starter durch eine LED-Röhre ersetzen?

Kommt auf das Vorschaltgerät an. Bei KVG/VVG ersetzt man den Starter durch den mitgelieferten LED-Starter (eine Brücke mit Sicherung). Ein EVG verlangt eine dafür freigegebene LED-Röhre oder den Umbau auf direkte 230-V-Einspeisung durch den Elektriker. Einseitig gespeiste Röhren erzeugen falsch herum eingesetzt einen Kurzschluss, deshalb umgebaute Leuchten kennzeichnen.

Was ist sparsamer, LED oder Leuchtstoffröhre?

LED. Eine 120-cm-LED-Röhre mit 16–18 W ersetzt die 36-W-Röhre, und am KVG kommen zu deren 36 W noch einige Watt Verlust im Vorschaltgerät hinzu. Dazu kommt die längere Lebensdauer.

Wie lange kann man noch Leuchtstoffröhren kaufen?

Die EU-Regeln zur Quecksilberbeschränkung und zum Ökodesign haben die Herstellung der meisten linearen und kompakten Leuchtstofflampen beendet. Restbestände dürfen verkauft, vorhandene Leuchten weiter betrieben werden. Ersatzröhren werden aber knapper.

Gibt es ein Verbot für Leuchtstoffröhren?

Ein Betriebsverbot nicht. Verboten ist das neue Inverkehrbringen der meisten Röhren, nicht das Weiterbenutzen.

Wie entsorgt man Leuchtstoffröhren richtig?

Nicht in den Hausmüll: Die Röhre enthält wenige Milligramm Quecksilber. Am Wertstoffhof oder bei einer Rücknahmestelle im Handel abgeben, möglichst unzerbrochen.

Woran erkennt man, ob eine 120- oder 150-cm-Röhre passt?

Am Typenschild der Leuchte (z. B. 2 × 36 W oder 2 × 58 W) oder durch Messen von Fassung zu Fassung. Die Leuchte selbst ist immer einige Zentimeter länger als die Röhre.

Mehr zu Hallen-, Werkstatt- und Büroleuchten, auch in LED-Technik, im Bereich Industriebeleuchtung. Soll das Licht beim Betreten von selbst angehen, passt das Thema Feuchtraumleuchten mit Bewegungsmelder.

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