Eine Bernstein-Lampe im Wohnbereich ist fast immer eine Leuchte mit Schirm aus Bernsteinglas: honig- bis cognacfarben getönt, mal glatt und klar, mal geriffelt oder mundgeblasen. Das Glas verändert vor allem die Lichtfarbe – es schluckt einen Teil der Blauanteile, und selbst eine gewöhnliche warmweiße LED wirkt dahinter golden wie Kerzenschein. Den Farbton gibt es auch bei Schirmen aus Acryl, Harz oder Stoff. Als Bauform kommen Pendel-, Decken-, Wand-, Tisch- und Stehleuchten infrage.
Wer dagegen eine UV-Lampe zum Bernsteinsuchen am Strand meint, sucht ein ganz anderes Werkzeug: Echter Bernstein leuchtet unter Schwarzlicht bläulich auf, die meisten Gläser kaum. Eine Bernsteinleuchte dagegen färbt das Licht im Raum, sie spürt keinen Bernstein auf.
Was Bernsteinglas mit dem Licht macht
Die Farbe entsteht in der Glasschmelze, nicht durch Lack. Deshalb verblasst sie nicht und lässt sich nicht abwischen. Bernsteinglas filtert UV und kurzwelliges Blau – aus demselben Grund sind Apothekerflaschen und Bierflaschen braun. In der Leuchte heißt das: Das Licht wird wärmer und weicher, gleichzeitig kommt weniger davon im Raum an.
Wie viel weniger, hängt vom Ton ab. Helles Honigglas lässt reichlich Licht durch und kann in einem kleinen Raum die Grundbeleuchtung übernehmen. Dunkles Cognac- oder Braunglas ist Stimmungslicht: Es leuchtet selbst schön, erhellt aber kaum die Umgebung. Geriffeltes oder strukturiertes Glas streut zusätzlich und verdeckt das Leuchtmittel, klares Glas zeigt es.
Nicht verwechseln mit Rauchglas: Rauchglas ist grau-braun und dunkelt vor allem ab, Bernsteinglas färbt das Licht golden.
Planung: welche Werte passen
| Einsatz |
Leuchtmittel |
Lichtfarbe |
Tipp |
| Esstisch |
E27-Filament, etwa 470–800 lm pro Schirm |
2700 K |
Unterkante 60–75 cm über der Tischplatte |
| Wohnzimmer |
E27 oder E14, dimmbar |
2200–2700 K |
als zweite Lichtebene neben Deckenlicht |
| Schlafzimmer, Nachttisch |
E14 oder G9, schwach |
2200 K |
dunkler Ton, gern mit Dimmer |
| Flur, Diele |
Deckenleuchte, mehrflammig |
2700 K |
helleres Glas wählen |
| Bad |
nur passende Schutzart |
2700–3000 K |
im Wohnraum reicht IP20, im Bad meist IP44 |
Neutralweißes Licht mit 4000 K (und erst recht Kaltweiß) wirkt durch Bernstein stumpf und leicht schmutzig, darum bleibt man bei Warmweiß. Leuchtmittel mit der Bezeichnung „Amber“ haben selbst getöntes Glas und liegen meist bei 1800–2200 K. In einem Bernsteinschirm ergibt das sehr gedämpftes, fast kerzenartiges Licht – schön am Abend, zu wenig für die Küchenarbeit.
Deckenleuchte, Tischlampe, Stehlampe
Bei der Bernstein-Deckenleuchte lohnen sich mehrere Lichtpunkte: Eine Traube aus kleinen Kugeln oder eine Schiene mit mehreren Schirmen verteilt das Licht besser als eine einzige dunkle Glocke. Viele Pendel lassen sich in der Höhe verstellen, oft um mehrere Dutzend Zentimeter – praktisch bei Altbaudecken von 3 m und mehr.
Die Bernstein-Tischlampe sitzt oft auf einem Fuß aus getöntem Glas, darüber ein Schirm aus Leinen, Jute oder Plissee. Der Glasfuß leuchtet dann nicht, das Licht kommt aus dem Stoffschirm. Bei Tischlampen mit Glasschirm ist es umgekehrt: Der Schirm glüht, die Umgebung bleibt dunkler. Für die Leseecke ist eine Stehleuchte mit offenem oder hellem Schirm sinnvoller, Bernstein dazu als Akzent im Raum.
Gut kombinierbar ist das Glas mit schwarzem Metall, Messing, Kupfer, Nussbaum und Samt; stilistisch reicht die Spanne von Art déco über Siebziger bis Industrial. Mehrere Leuchten in einem Raum sollten den gleichen Ton haben, Unterschiede fallen im eingeschalteten Zustand sofort auf. Den festen Anschluss an der Decke oder Wand übernimmt eine Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Lichtfarbe Bernstein?
Gemeint ist ein sehr warmes, gelb-oranges Licht. Bei Leuchtmitteln heißt das meist 1800–2200 K. Echte Amber-LEDs strahlen um 590 nm und werden zum Beispiel für insektenfreundliche Außenbeleuchtung eingesetzt. Eine Leuchte aus Bernsteinglas erzeugt einen ähnlichen Eindruck mit einem normalen Leuchtmittel.
Welche Vorteile bieten bernsteinfarbene Lampen?
Sie machen Licht am Abend gemütlich, ohne dass man die Leuchtmittel tauschen muss, und reduzieren den Blauanteil im Raum. Das Glas selbst wird zum Blickfang, auch wenn die Leuchte aus ist.
Wie reinige ich eine Glaslampe?
Ausschalten, abkühlen lassen, Schirm abnehmen und mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel oder mit einem Mikrofasertuch reinigen. Rillen lassen sich mit einem weichen Pinsel säubern. Mundgeblasenes Glas gehört nicht in die Spülmaschine.
Warum sind Glaslampen so teuer?
Mundgeblasene Schirme entstehen einzeln, jeder Schirm braucht Zeit und erfahrene Glasbläser, und das Glas muss danach langsam abkühlen, damit keine Spannungen bleiben. Kleine Bläschen und leichte Farbunterschiede sind typisch für Handarbeit und kein Mangel.
Reicht eine Bernsteinlampe als Hauptlicht?
In kleinen Räumen mit hellem Glas und mehreren Flammen ja. Im Wohnzimmer bleibt sie meist Stimmungslicht und braucht Spots, ein LED-Band oder eine Stehleuchte als Ergänzung.
Ist eine Bernsteinlampe aus echtem Bernstein?
Selten. Leuchten mit Stücken aus Ostsee-Bernstein sind Kunsthandwerk; das fossile Harz ist weich und hitzeempfindlich, darum gehört dort nur LED hinein. Die übliche Bernsteinleuchte hat getöntes Glas.
Wer vor allem über dem Esstisch plant, liest weiter, worauf es bei Pendelleuchten in Bernstein ankommt. Mehr zu anderen Farben, Glasarten und Materialien in der Kategorie Innenbeleuchtung.