Eine Lampe mit IP44 ist gegen Spritzwasser aus allen Richtungen und gegen Fremdkörper ab 1 mm Durchmesser geschützt. Für Innenräume heißt das: Sie darf dort hängen, wo es feucht wird und gelegentlich spritzt – im Bad über Wanne und Waschtisch, in der Waschküche, im Keller oder über der Küchenspüle.
Wasserdicht ist sie damit nicht. Was IP44 im Alltag leistet, wo es vorgeschrieben ist und wo man besser eine Stufe höher greift, hängt vom Einbauort ab.
Was die beiden Ziffern bedeuten
Die Schutzart ist in der DIN EN 60529 festgelegt. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper: Die 4 bedeutet, dass weder ein Draht noch ein Werkzeug ab 1 mm Dicke ins Gehäuse gelangt. Die zweite Ziffer steht für Wasser: Die 4 heißt Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten. Ein Wasserstrahl aus der Handbrause, der direkt auf das Gehäuse trifft, fällt dagegen unter IPX5, Untertauchen unter IPX7.
Steht auf der Verpackung IPX4, wurde der Fremdkörperschutz nicht geprüft. Beim Wasser ist es dieselbe Stufe wie IP44.
IP44 im Bad: die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701
Die Norm teilt das Badezimmer rund um Wanne und Dusche in Schutzbereiche ein. Bereich 0 ist das Innere von Wanne oder Duschtasse – dort sind nur Leuchten mit IPX7 und Schutzkleinspannung bis 12 V erlaubt, eine IP44-Leuchte also nicht. Bereich 1 reicht senkrecht über Wanne oder Dusche bis 2,25 m Höhe. Hier ist IPX4 das Minimum, und die Leuchte muss laut Hersteller für diesen Bereich zugelassen sein. Bereich 2 ist der 60 cm breite Streifen daneben, ebenfalls bis 2,25 m hoch. Auch hier genügt IPX4, also auch für den Spiegelschrank oder die Wandleuchte am Waschtisch, wenn dieser nah an der Wanne steht.
Außerhalb dieser Bereiche schreibt die Norm im privaten Bad keine Schutzart vor. Trotzdem lohnt sich IP44 auch dort: Wasserdampf zieht bis unter die Decke, kondensiert in offenen Fassungen und lässt Kontakte korrodieren.
Alle Stromkreise im Bad müssen über einen FI-Schutzschalter mit 30 mA laufen. Den Anschluss an 230 V übernimmt eine Elektrofachkraft.
Welche Schutzart für welchen Raum
Das Bad ist nicht der einzige Raum, in dem Feuchtigkeit eine Rolle spielt. Eine grobe Orientierung für typische Einbauorte im Haus:
| Einbauort |
Typische Belastung |
Sinnvolle Schutzart |
| Bad, Bereich 1 und 2 |
Spritzwasser, Dampf |
mindestens IP44 |
| Dusche, direkt unter der Regenbrause |
Strahlwasser |
IP65 |
| Bad außerhalb der Schutzbereiche |
Dampf, Kondenswasser |
IP20 erlaubt, IP44 empfehlenswert |
| Küche über der Spüle |
Spritzer, Fettdunst |
IP44 |
| Waschküche, Trockenraum |
hohe Luftfeuchte über Stunden |
IP44 |
| Keller, Hobbywerkstatt |
Feuchte, Staub |
IP44, bei viel Staub IP54–IP65 |
| überdachter Eingang, Vordach |
Schlagregen, Nässe von außen |
IP44 |
Worauf es beim Kauf ankommt
Die Schutzart gilt für die ganze Leuchte, nicht für das Leuchtmittel. Ein Lampenschirm oder Glas allein macht keine Spritzwasser-Leuchte. Entscheidend sind Dichtungen, geschlossene Abdeckung und eine abgedichtete Kabeleinführung.
Fürs Licht am Spiegel bewährt sich neutralweißes Licht um 4000 K mit einem Farbwiedergabeindex ab Ra 90. Hauttöne und Make-up wirken dann natürlich. Für die Grundbeleuchtung und den Abend in der Wanne passt warmweißes Licht mit 2700–3000 K besser. Wer beides will, wählt eine dimmbare Deckenleuchte oder eine mit umschaltbarer Lichtfarbe.
Beim Spiegel zählt außerdem die Position: Eine einzelne Deckenleuchte hinter dem Rücken wirft Schatten ins Gesicht. Besser sind zwei Wandleuchten links und rechts auf Gesichtshöhe oder eine längliche Leuchte direkt über dem Spiegel.
Beim Material halten Aluminium, Glas, Polycarbonat und sauber verchromte Oberflächen dem Badklima gut stand. Lackierter Stahl kann mit den Jahren an Schrauben und Kanten Rost ansetzen, wenn der Raum schlecht gelüftet wird.
Typische Fehler und Pflege
Häufigster Irrtum: IP44 reicht überall im Bad. Ein Einbaustrahler genau über der Regenbrause oder eine Leuchte in Reichweite der Massagedüsen bekommt direkten Strahl ab. Hier ist IP65 die sichere Wahl. Zweiter Klassiker: Die Dichtung wird beim Leuchtmittelwechsel verschoben oder das Glas nicht fest verschraubt. Dann gilt die angegebene Schutzart nicht mehr.
Gegen Kondenswasser hilft keine Schutzart, sondern nur Lüften. Zum Reinigen genügt ein weiches, feuchtes Tuch mit mildem Spülmittel. Scheuermilch und chlorhaltige Reiniger greifen Chrom und Dichtungen an. Vorher immer ausschalten und abkühlen lassen.
Häufige Fragen zu IP44-Leuchten
Was bedeutet IP44 bei Lampen?
Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Gegen Strahlwasser und Untertauchen ist die Leuchte nicht geschützt.
Ist IP44 für Feuchträume geeignet?
Ja, für Bad, Waschküche oder Keller ist IP44 die übliche Mindestschutzart. Wo Wasser gezielt aus einer Düse oder einem Schlauch kommt, ist IP65 besser.
Ist IP44 im Außenbereich ausreichend?
Unter einem Vordach, im Carport oder auf dem überdachten Balkon in der Regel ja. An einer frei bewitterten Fassade, am Boden oder in Reichweite des Gartenschlauchs sollten es IP54 oder IP65 sein.
Was ist der Unterschied zwischen IP44 und IP65?
IP65 ist staubdicht und hält Strahlwasser aus jeder Richtung stand. IP44 schützt nur vor groben Fremdkörpern und Spritzwasser. Für die Wand neben dem Waschbecken reicht IP44, für die Decke direkt über der Dusche ist IP65 sicherer.
Ist eine IP44-Leuchte wasserdicht?
Nein. Sie ist spritzwassergeschützt. Wasserdicht im Sinne von untertauchbar sind erst Leuchten mit IPX7 oder IPX8.
Gibt es IP44-Leuchten mit Bewegungsmelder?
Ja, vor allem Decken- und Wandleuchten für Keller, Flur, Gäste-WC und Eingangsbereich. Der Sensor sitzt dabei hinter einer abgedichteten Linse, damit die Schutzart erhalten bleibt.
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