Beim Glas Kronleuchter übernimmt das Glas eine andere Rolle als beim Kristallmodell: Es streut, dämpft und färbt das Licht, statt es zu brechen. Deshalb entscheidet nicht der Schliff über die Wirkung, sondern die Glasart - klar, opal, rauchfarben oder geriffelt - und wie viel Licht davon im Raum ankommt.
Klarglas, Opalglas, Rauchglas, Rillenglas
Klarglas zeigt das Leuchtmittel vollständig. Die Lampe ist damit Teil des Designs, und eine sichtbare LED-Filamentlampe ist keine Option, sondern Voraussetzung. Opalglas ist in der Masse eingefärbt, nicht lackiert; es leuchtet gleichmäßig, ohne hellen Punkt und ohne Blendung. Rauchglas und Bernsteinglas schlucken Licht spürbar, je nach Tönung bis zu einem Drittel, und färben den Rest wärmer. Rillenglas liegt dazwischen: Es zerlegt die Lichtquelle in vertikale Streifen und gibt etwas Glanz, ohne die harte Blendung von Klarglas.
Mundgeblasen oder gepresst
Mundgeblasene Schirme unterscheiden sich in Wandstärke und Form leicht voneinander - bei einem sechsflammigen Modell sieht man das von Arm zu Arm. Für viele ist genau das der Reiz. Wer sechs identische Schirme möchte, ist mit gepresstem Glas besser bedient, das maßhaltig und günstiger ist. Satiniertes Glas ist geätzt oder sandgestrahlt und streut ähnlich wie Opalglas, wirkt aber im ausgeschalteten Zustand grauer.
Gewicht und Befestigung
Das ist der praktische Vorteil gegenüber Kristall: Ein sechsflammiger Glaskronleuchter wiegt oft nur 3 bis 6 kg, ein vergleichbares Kristallmodell schnell das Doppelte. In einer Gipskartondecke macht das den Unterschied zwischen Hohlraumdübel und Befestigung in der Unterkonstruktion. Zerlegbar ist er außerdem: Die Schirme werden meist auf die Fassung geschraubt oder in eine Galerie geklemmt, sodass ein gebrochener Schirm ohne Eingriff in die Elektrik getauscht werden kann.
Größe und Aufhängung
Für den Durchmesser Raumlänge und Raumbreite in Metern addieren und als Zentimeter lesen. Über dem Esstisch stattdessen vom Tisch ausgehen: etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Tischbreite, Unterkante 70 bis 85 cm über der Platte. In Durchgangsbereichen bleibt die Unterkante über 210 cm. Ketten lassen sich durch Herausnehmen von Gliedern kürzen, Rohrgestänge nur in den gelieferten Segmenten - vor der Bestellung die Deckenhöhe gegen die angegebenen Längen prüfen.
Leuchtmittel und Pflege
Üblich sind E14 an mehrflammigen Rahmen, E27 an großen Gestellen und G9 bei kleinen Schirmen. In Klarglas zählt die Bauform der Lampe, in Opalglas reicht eine schlichte LED mit 2700 K. Gereinigt wird mit warmem Wasser, einem Tropfen Spülmittel und einem Tuch, danach sofort trocken reiben. Opalglas setzt über die Jahre innen Staub an - ein abschraubbarer Schirm ist deshalb mehr wert, als er im Datenblatt aussieht.
Häufige Fragen
Wird der Raum mit Rauchglas zu dunkel?
Möglich. Rechnen Sie mit rund einem Drittel weniger Lichtstrom und wählen Sie Leuchtmittel mit entsprechend mehr Lumen, oder setzen Sie Rauchglas nur dort ein, wo weitere Lichtquellen vorhanden sind.
Kann ich einen einzelnen Schirm nachkaufen?
Bei aktuellen Serien meist ja. Entscheidend ist der Fassungsdurchmesser der Öffnung, nicht der Außendurchmesser - dieser Wert muss passen.
Ist Glas bruchempfindlicher als Kristall?
In der Handhabung ja, weil Schirme großflächig und dünnwandig sind. Dafür sind sie einzeln ersetzbar, während bei einem Kristallbehang meist das komplette Set gekauft wird.
Und wenn es funkeln soll?
Dann führt kein Weg an geschliffenem Material vorbei: Kristalle Kronleuchter.