Ein LED-Streifen für die Küche löst genau das Problem, an dem jede Deckenleuchte scheitert: Sie stehen an der Arbeitsplatte, das Licht kommt von hinten, und Sie schneiden im eigenen Schatten. Unterbaubeleuchtung leuchtet von dort, wo gearbeitet wird — und ein Streifen ist dafür die sauberste Lösung, weil er flach ist, millimetergenau gekürzt werden kann und im Profil vollständig verschwindet.
Wo der Streifen unter dem Hängeschrank sitzt
Der übliche Platz ist die Unterseite der Oberschränke, etwa 5 cm hinter der Frontkante der Tür. Zu weit hinten wirft der Streifen sein Licht gegen den Fliesenspiegel und blendet über die Reflexion; zu weit vorn sehen Sie die Dioden in der glänzenden Arbeitsplatte gespiegelt. Hat der Schrank einen zurückgesetzten Boden, ist die Schattenfuge der ideale Ort für ein Profil. Im Sockel wird derselbe Streifen zum Orientierungslicht, in Vitrinen zur Akzentbeleuchtung mit eigenem Schalter.
Punkte oder durchgehende Linie?
Hier trennt sich saubere Arbeit von Baumarktoptik. Ein Streifen mit 60 LED/m zeichnet auf eine polierte Arbeitsplatte eine sichtbare Punktreihe — und wer sie einmal bemerkt hat, sieht sie immer. Ab 120 LED/m verschmelzen die Punkte. Ein COB-Streifen mit durchgehender Leuchtstoffschicht ergibt eine gleichmäßige Linie und hat sich im Unterbau durchgesetzt.
Lichtfarbe und Farbwiedergabe über der Arbeitsplatte
Über der Arbeitszone ist neutralweiß mit 4000 K die vernünftige Wahl: Lebensmittel sehen aus, wie sie aussehen, und die Augen ermüden beim Schneiden weniger. Warmweiß mit 2700–3000 K gehört in den Sockel und über den Essplatz. Wichtiger als die Kelvin-Zahl ist der Farbwiedergabeindex. Unter CRI 80 wird rohes Fleisch grau und Gemüse blass. In der Küche sollten es CRI 90 oder mehr sein — kein anderer Wert verändert den Eindruck so deutlich.
Wie viel Lumen pro Meter
Für Arbeitslicht rechnen Sie mit 700–1000 Lumen pro Meter, für Sockel oder Vitrine genügen 300–400 lm/m. Eine milchige Abdeckung schluckt zusätzlich rund 10–15 % des Lichtstroms.
Netzteil richtig dimensionieren
Meter mal Watt pro Meter rechnen, dann 20–30 % Reserve aufschlagen. Acht Meter eines Streifens mit 9,6 W/m ziehen etwa 77 W — also ein 100-W-Netzteil, nicht ein 80-W-Gerät. Ein dauerhaft an der Grenze betriebenes Netzteil wird heiß und gibt lange vor den LEDs auf. Setzen Sie es an eine erreichbare Stelle, etwa in einen Oberschrank, und achten Sie auf ein leises Modell: günstige Schaltnetzteile pfeifen in einer stillen Küche hörbar.
12 V oder 24 V bei langen Küchenzeilen
Eine Küchenzeile misst häufig 3 bis 6 Meter — genau die Länge, bei der sich der Spannungsabfall eines 12-V-Streifens zeigt: Das Ende leuchtet schwächer und kippt ins Gelbliche. Mit 24 V ist dieselbe Strecke unproblematisch. Bei einer L-Küche speisen Sie besser zwei getrennte Abschnitte von der Ecke aus, statt einen langen Streifen um die Ecke zu führen.
Aluminiumprofil: Wärme, Fett und Lebensdauer
Direkt auf Spanplatte geklebt kann ein Streifen seine Wärme nirgends abgeben: Der Chip läuft dauerhaft heiß, der Lichtstrom sinkt Jahr für Jahr spürbar. Genau daran scheitern die meisten Streifen — nicht an der Elektronik. Ein Aluminiumprofil führt die Wärme ab und verlängert die Lebensdauer erheblich. In der Küche kommt hinzu: Fett und Wrasen setzen sich auf dem Profil ab, wo man sie abwischt, statt auf dem Streifen, wo sie bleiben. Profile finden Sie unter LED-Streifen und Profile.
Schalten und Dimmen
Am praktischsten ist ein berührungsloser Wischsensor unter dem Schrank — in der Küche sind die Hände oft nass oder mehlig. Türkontaktschalter passen in Vitrinen, ein Wandschalter neben der Zeile für alles Übrige. Gedimmt wird zwischen Netzteil und Streifen; ein Phasendimmer vor einem gewöhnlichen Schaltnetzteil führt nur zu Flackern.
Häufige Fragen
Lässt sich der Streifen auf Schranklänge kürzen?
Ja, aber nur an den markierten Schnittstellen, meist alle 25 oder 50 mm. Weiterverbinden können Sie mit lötfreien Klemmverbindern; neben dem Backofen hält eine Lötstelle den täglichen Temperaturwechseln allerdings deutlich besser stand.
Welche Schutzart brauche ich?
Über der Spüle und neben dem Kochfeld mindestens IP44, idealerweise ein geschlossenes Profil mit Silikondichtung. Auf der übrigen Strecke reicht ein IP20-Streifen im Profil.
Hält das Klebeband dauerhaft?
Nur auf sauberem, trockenem, entfettetem Untergrund. Wischen Sie die Schrankunterseite vorher mit Isopropanol ab, oder befestigen Sie das Profil mechanisch mit Clips.
Warum leuchtet mein alter Streifen schwächer?
Fast immer wegen Wärme, nicht wegen Alterung. Ein ohne Profil in eine geschlossene Nische geklebter Streifen läuft permanent zu heiß, und sein Lichtstrom fällt schneller, als das Datenblatt verspricht.