Eine LED-Unterbauleuchte für die Küche ist eine flache Lichtleiste, die unter die Oberschränke geschraubt oder geklebt wird und die Arbeitsplatte direkt von oben ausleuchtet. Damit verschwindet der Schatten, den man sonst beim Schneiden selbst wirft, weil die Deckenleuchte hinter einem hängt.
Für die Küche zählen bei einer Lichtleiste andere Dinge als im Flur oder im Kleiderschrank: Sie soll so flach sein, dass sie hinter der Blende des Oberschranks verschwindet, gleichmäßig leuchten, damit sich keine Punktreihe in der glänzenden Arbeitsplatte spiegelt, mit nassen Fingern bedienbar sein und Wasserdampf vom Spülbecken oder Wasserkocher vertragen.
Bauformen von Unterbauleuchten
Der Normalfall ist ein Aluminiumprofil mit fest verbauten LEDs und opaler Abdeckung. Das Aluminium leitet die Wärme ab, die Abdeckung verwischt die einzelnen Lichtpunkte zu einer ruhigen Linie. Daneben gibt es einige Varianten:
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230-V-Leuchten mit Stecker oder für den Direktanschluss, oft über kurze Verbinder aneinanderreihbar, manche auch mit integrierter Steckdose,
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12-V- oder 24-V-Systeme mit separatem Netzteil, das im Schrank verschwindet; sie bauen oft nur 5–10 mm hoch,
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Aluprofile mit LED-Band, auf Maß gekürzt oder in eine gefräste Nut im Schrankboden eingelassen,
- Akku- oder Batterieleuchten ohne Kabel, praktisch für Mietwohnungen, aber deutlich lichtschwächer,
- schmale Aufbau- oder Pendel-Lichtleisten über der Kochinsel, wenn es keine Oberschränke gibt.
230 V Direktanschluss oder Netzteil?
Eine 230-V-Unterbauleuchte kommt ohne Trafo aus. Die Steckervariante wird einfach in die Steckdose über der Arbeitsplatte gesteckt, die Variante für den Direktanschluss wird an eine vorhandene Anschlussdose angeschlossen. Das ist unkompliziert, die Leuchten sind aber meist etwas höher, und bei mehreren gereihten Leisten hat nicht selten jede ihren eigenen Schalter.
Niedervoltsysteme mit 12 V oder 24 V sind flacher und lassen sich eleganter verstecken. Das Netzteil muss die Summe aller Leisten plus etwa 10–20 % Reserve schaffen und gehört an einen trockenen, belüfteten Platz, etwa in oder auf den Oberschrank. Arbeiten an der festen 230-V-Installation sind Sache einer Elektrofachkraft.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank liegen in deutschen Küchen meist 50–60 cm. Aus dieser Höhe sollte die Leuchte auf der Arbeitsfläche etwa 300–500 Lux erreichen. Typische Werte im Überblick:
| Merkmal |
Üblicher Wert |
Was es bewirkt |
| Lichtstrom |
300–500 lm pro Meter als Ergänzung, 800–1000 lm pro Meter als Hauptarbeitslicht |
ob die Arbeitsplatte auch ohne Deckenlicht hell genug ist |
| Lichtfarbe |
3000 K Warmweiß für Wohnküchen, 4000 K Neutralweiß für reine Arbeitsküchen |
Stimmung und Abstimmung mit den übrigen Leuchten |
| Farbwiedergabe |
mindestens Ra 80, besser Ra 90 und mehr |
natürliche Farben bei Fleisch, Gemüse und Gewürzen |
| Länge |
etwa 70–80 % der Schrankbreite |
ob das Licht bis in die Ecken reicht |
| Bauhöhe |
meist 5–25 mm |
ob die Leiste hinter der Blende verschwindet |
| Schutzart |
IP20 im trockenen Bereich, IP44 über der Spüle |
Sicherheit bei Spritzwasser und Dampf |
Sind über der Arbeitsplatte schon kräftige Einbaustrahler, reicht eine dezente Leiste in passender Lichtfarbe. Soll die Unterbauleuchte das Arbeitslicht allein stemmen, lohnt sich ein dimmbares Modell aus dem oberen Bereich der Tabelle, das abends zur Stimmungsbeleuchtung wird.
Schalter, Sensor oder Funk
Die Bedienung entscheidet mit darüber, ob die Leuchte im Alltag genutzt wird. Üblich sind ein Wippschalter am Gehäuse, ein Touchdimmer (kurz tippen schaltet, gedrückt halten dimmt, oft mit Memory-Funktion), ein berührungsloser IR-Sensor, der auf eine Handbewegung reagiert, Bewegungsmelder, Funkschalter oder ein Wandschalter für die ganze Zeile. Wer oft mit Teig oder rohem Fleisch hantiert, schätzt den Sensor, verzichtet aber meist aufs Dimmen.
Montage in der Praxis
- Die Leiste nach vorne an die Schrankkante setzen. Hinten an der Wand beleuchtet sie die Fliesen, die Arbeitsplatte bleibt im Halbschatten.
- Vor dem Kleben den Schrankboden entfetten, sonst löst sich das Klebeband nach einiger Zeit. Schrauben oder Clips halten dauerhaft.
- Kabel an der Rückkante entlang und durch eine kleine Bohrung zum Netzteil oder zur Steckdose führen.
- In Eckküchen kurze Leisten auf beiden Seiten der Ecke setzen, damit dort kein dunkles Loch entsteht.
- Direkt über dem Kochfeld keine Unterbauleuchte montieren: Dort arbeitet die Dunstabzugshaube mit eigenem Licht, und Fett und Hitze würden der Leiste zusetzen.
Typische Fehler und Pflege
Ein nacktes LED-Band über einer polierten Stein- oder Quarzarbeitsplatte zeigt jede Diode als hellen Punkt im Spiegelbild. Eine opale Abdeckung oder ein punktfreies COB-Band verhindert das. Ebenso störend: kaltes Licht unter den Schränken und warmes an der Decke, denn dann wirkt die Küche wie aus zwei Räumen zusammengesetzt.
Fest verbaute LEDs lassen sich in der Regel nicht tauschen, halten aber bei normaler Nutzung viele Jahre. Die Abdeckung bei ausgeschaltetem Strom mit einem weichen, leicht feuchten Tuch und etwas Spülmittel abwischen; Scheuermilch macht den Kunststoff matt.
Häufige Fragen
Welche Unterbauleuchte ist besonders flach?
Niedervolt-Lichtleisten mit separatem Netzteil. Sie kommen oft mit 5–10 mm Bauhöhe aus, weil die Elektronik im Netzteil sitzt und nicht in der Leiste.
Gibt es Unterbauleuchten ohne Kabel?
Ja, mit Akku oder Batterien. Sie sind schnell montiert, leuchten aber schwächer und müssen regelmäßig geladen werden. Als Hauptarbeitslicht reichen sie selten.
Wie funktioniert eine Unterbauleuchte mit Sensor?
Ein Infrarotsensor im Gehäuse erkennt eine Handbewegung in wenigen Zentimetern Abstand und schaltet das Licht ein oder aus. So bleibt die Leuchte auch beim Kochen sauber.
Kann ich mehrere Unterbauleuchten an eine Steckdose hängen?
Viele 230-V-Leisten lassen sich aneinanderreihen, bis zu der vom Hersteller genannten Gesamtleistung. Bei Niedervolt hängen alle Leisten am gemeinsamen Netzteil.
Warmweiß oder Neutralweiß in der Küche?
Entscheidend ist, dass alle Leuchten in der Küche ungefähr dieselbe Lichtfarbe haben. 3000 K wirkt wohnlich, 4000 K klarer und sachlicher.
Lohnt sich eine Unterbauleuchte mit Steckdose?
Wenn über der Arbeitsplatte Steckdosen fehlen, ja: Sie bringt Licht und Anschluss für Küchengeräte oder ein Ladegerät in einem Bauteil.
Lichtleisten für Kleiderschrank, Flur oder Schreibtisch folgen denselben Regeln zu Lichtstrom, Lichtfarbe und Abdeckung. Mehr dazu unter Lichtleisten.