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Retro Stehlampen

Retro Stehlampen

Retro Stehlampen

Retro Stehlampen im Sinne dieser Seite sind Stehleuchten in der Formensprache der fünfziger und sechziger Jahre: drei dünne, konisch zulaufende Beine aus Metall oder Teak, ein gerade geschnittener Trichterschirm, ein schwenkbarer Kopf am Kugelgelenk oder ein weit ausgreifender Bogen über der Sitzgruppe. Die Epoche hat die Stehleuchte neu erfunden, weil in den Nachkriegswohnungen selten Deckenauslässe an der richtigen Stelle saßen – Licht musste dorthin gebracht werden, wo gesessen wurde.

Die vier Bauformen der Epoche

Bauform, Kennzeichen und Aufgabe BauformKennzeichenAufgabe im Raum Dreibeindrei konische Beine, oft Teak oder schwarzes Metall mit MessingspitzeStimmungslicht in der Ecke, wenig Stellfläche Trichterschirm auf geradem SchaftKegel aus lackiertem Metall, innen weißgerichtetes Licht am Sessel Schwenkkopf am KugelgelenkHalbkugelschirm, frei drehbarLeselicht, ausrichtbar auf die Buchseite Bogenleuchteschwerer Sockel, Bogen mit 100 bis 200 cm Ausladungersetzt das Pendel über dem Sofa

Die Bogenleuchte ist die Erfindung der Epoche mit der größten praktischen Wirkung. Sie bringt Licht über die Sitzfläche, ohne dass an dieser Stelle ein Deckenauslass vorhanden sein muss – und genau deshalb steht sie bis heute in Mietwohnungen, in denen die Lampe sonst zwei Meter neben dem Sofa hängen würde.

Höhe und Position am Sessel

Für eine Leseleuchte ist die Position wichtiger als die Lichtstärke. Der Lichtaustritt gehört auf ungefähr 120 bis 130 cm über dem Boden, also knapp über Schulterhöhe im Sitzen, und die Leuchte steht 40 bis 60 cm seitlich versetzt leicht hinter der Rückenlehne. Dann fällt das Licht von schräg hinten auf die Seite, und die eigene Hand wirft keinen Schatten auf den Text. Frontal davor aufgestellt blendet dieselbe Leuchte, ganz gleich wie warm ihr Licht ist.

Gesamthöhe nach Aufgabe AufgabeGesamthöheHinweis Lesen im Sessel140 bis 160 cmSchirm schwenkbar oder nach unten offen Grundstimmung in der Ecke150 bis 180 cmOpalglas oder Textilschirm, rundum abstrahlend Über dem Sofa180 bis 210 cm, BogenSockelgewicht beachten, mindestens 15 kg üblich Neben dem Esstisch160 bis 180 cmnur wenn kein Deckenauslass vorhanden ist

Materialien und woran man Qualität sieht

  • Teak und Eiche – geölt, mit sichtbarer Maserung. Bei Beinen aus Massivholz zeigt der Übergang zum Metallbeschlag, wie sorgfältig gearbeitet wurde: Er sollte spaltfrei sitzen.
  • Lackiertes Metall – matt, seidenglänzend, in Schwarz, Creme, Senfgelb oder Olivgrün. Die Innenseite des Schirms ist bei guten Leuchten weiß lackiert, weil das die Lichtausbeute deutlich erhöht.
  • Messing – als Fußspitze, Gelenk oder Zierring. In dieser Epoche fast nie flächig, sondern als Akzent.
  • Opalglas – gleichmäßig milchig, ohne Schlieren. Es blendet nicht und lässt sich abnehmen und abwaschen.

Standfestigkeit, Kabel, Schalter

Drei praktische Punkte entscheiden im Alltag. Erstens der Fuß: Je weiter der Schirm aus der Standachse ragt, desto schwerer muss der Sockel sein. Bei Bogenleuchten ist das kein Detail, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Leuchte nicht kippt. Zweitens das Kabel, das bei einer frei stehenden Leuchte sichtbar über den Boden läuft – ein Platz neben einem Möbelstück oder entlang der Wand löst das, ein quer durch den Raum gespanntes Kabel ist eine Stolperstelle. Drittens der Schalter: Ein Fußschalter am Kabel ist die Bedienung der Epoche und praktischer als jeder Schalter am Schirm, weil man sich nicht bücken oder in die Leuchte greifen muss.

Licht: warm und dimmbar

Zum Lesen sind auf der Buchseite etwa 500 Lux sinnvoll, was aus einer gerichteten Leuchte mit 600 bis 900 Lumen gut erreichbar ist. Als reines Stimmungslicht in der Raumecke genügen 300 bis 500 Lumen. Die Farbtemperatur bleibt bei 2700 K – Teak, Messing und die warmen Farben der Epoche verlieren unter neutralweißem Licht ab 4000 K spürbar an Tiefe. Dimmbarkeit ist bei einer Leseleuchte der Unterschied zwischen Arbeitslicht und Abendlicht; Voraussetzung ist ein ausdrücklich dimmbares Leuchtmittel und ein passender Dimmer, bei LED üblicherweise ein Phasenabschnittdimmer, dessen Mindestlast erreicht sein muss.

Häufige Fragen

Was unterscheidet diese Leuchten von anderen Retro-Formen?

Der Zeitbezug. Diese Seite meint die Nachkriegsmoderne der fünfziger und sechziger Jahre mit Opalglas, Trichterschirmen und Holz. Andere Retro-Seiten greifen breiter zurück, etwa Kronleuchter Retro oder Nachttischlampen Retro, und schließen auch spätere Jahrzehnte und ältere, nostalgische Formen ein.

Wie schwer muss der Sockel einer Bogenleuchte sein?

Je länger der Bogen, desto schwerer. Bei einer Ausladung von 150 cm und mehr sind Sockel aus massivem Metall oder Stein mit deutlichem Eigengewicht üblich. Ein leichter Sockel bei großer Ausladung ist ein Warnzeichen, kein Sparvorteil.

Passt eine Stehleuchte in ein kleines Zimmer?

Ja, und oft besser als eine zweite Deckenleuchte. Ein Dreibein braucht kaum 40 cm Grundfläche und bringt Licht auf eine Höhe, die den Raum optisch gliedert. Wichtig ist nur, dass sie nicht in der Verkehrsfläche steht.

Braucht die Leuchte einen Schirm aus Stoff oder aus Metall?

Stoff streut mehr Licht zur Seite und wirkt weicher, Metall bündelt nach unten und ist die typischere Wahl der Epoche. Für das Lesen ist Metall mit weißer Innenlackierung im Vorteil, für Stimmung im Raum der Textilschirm.

Was ergänzt eine Stehleuchte im selben Raum?

Eine kleinere Lichtquelle auf einem Möbel und eine ruhige Leuchte an der Decke. Passend sind Retro Tischlampen auf dem Sideboard und Retro Deckenlampen als Grundlicht; die Stilübersicht steht unter Retro Lampen.