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Retro Lampen

Retro Lampen

Retro Lampen

Retro Lampen meinen im deutschen Sprachgebrauch fast immer dasselbe Jahrzehntpaar: die fünfziger und sechziger Jahre. Es ist die Zeit, in der Möbel- und Leuchtendesign zum ersten Mal massenhaft in Wohnungen ankam – Opalglasglocken über dem Esstisch, Sputnik-Leuchter mit sternförmig abstehenden Armen, Stehleuchten auf drei dünnen konischen Beinen, Teak und Eiche, Messing statt Chrom, dazu Senfgelb, Rostrot und Olivgrün. International heißt diese Formensprache Mid-Century Modern, und genau die ist auf dieser Seite gemeint.

Retro, Vintage oder Mid-Century – die Begriffe sortiert

Die drei Wörter werden im Handel durcheinandergeworfen, obwohl sie drei verschiedene Dinge beschreiben. Wer weiß, welches gemeint ist, findet schneller.

Was die Begriffe tatsächlich bezeichnen BegriffBezieht sich aufZeitliche Spanne Mid-Centuryeine Formensprache: Opalglas, konische Schirme, dünne Metallbeine, Holzetwa 1945 bis 1969 Retroden Rückgriff auf eine vergangene Zeit, in Deutschland meist die fünfziger und sechziger Jahreje nach Kontext bis in die achtziger Jahre VintageAlter und Gebrauchsspuren, unabhängig vom Stilalles, was tatsächlich alt ist oder so wirkt

Diese Seite führt Leuchten, deren Form aus den fünfziger und sechziger Jahren stammt – unabhängig davon, ob sie heute produziert werden. Wer stattdessen Autorenentwürfe mit Namen sucht, wird bei Designer Lampen fündig; wer Patina und Gebrauchsspuren möchte, bei den Vintage-Seiten der einzelnen Kategorien.

Woran man den Stil erkennt

  • Opalglas als Grundform – Kugel, Glocke, Halbkugel, Zylinder. Milchig weiß, gleichmäßig leuchtend, ohne Muster und ohne Kristall.
  • Der konische Schirm – ein gerade geschnittener Kegel oder Trichter aus lackiertem Metall oder Textil, oben schmal, unten weit. Die charakteristischste Silhouette der Epoche.
  • Dünne Beine, kräftige Füße – konische Stäbe aus Metall oder Holz, oft mit Messingspitze. Die Leuchte scheint über dem Boden zu schweben.
  • Sputnik und Spinnenarme – vom Satellitenstart 1957 inspirierte Sternformen mit gleich langen Armen, an deren Enden kleine Kugeln oder Kegel sitzen.
  • Holz sichtbar – Teak, Eiche, Nussbaum, geölt statt lackiert, als Fuß, Schaft oder Schirmkorb.
  • Die Farben der Zeit – Senfgelb, Rostrot, Olivgrün, Petrol, Cremeweiß, dazu Schwarz und Messing als Kontrast.

Warum diese Formen bis heute funktionieren

Die fünfziger und sechziger Jahre haben Leuchten für kleine Wohnungen mit niedrigen Decken entworfen. Das ist der Grund, warum diese Formensprache in Neubauten mit 250 cm Raumhöhe so mühelos funktioniert: Die Schirme sind kompakt, die Ausladung ist gering, und das Licht wird durch Opalglas geführt statt durch offene Fassungen. Dazu kommt ein technisches Argument. Ein milchiger Glaskörper verteilt das Licht einer modernen LED gleichmäßig und verdeckt die Punktförmigkeit, die bei offenen Leuchten sichtbar bleibt. Ein Entwurf von 1958 verträgt heutige Leuchtmittel deshalb oft besser als eine offene Fassung von gestern.

Raum für Raum

Wo welche Bauform des Stils sitzt RaumBauformKernmaß EsszimmerOpalglasglocke als PendelUnterkante 60 bis 70 cm über der Tischplatte WohnzimmerDreibein-Stehleuchte am SesselLichtaustritt 120 bis 130 cm, seitlich hinter der Schulter Flurflache Opalglasschale an der DeckeReihe alle 2 bis 2,5 m Schlafzimmerkleine Opalglaskugel auf dem NachttischSchirmunterkante 40 bis 50 cm über der Matratze Diele mit hoher DeckeSputnik-LeuchterUnterkante mindestens 210 cm über dem Boden

Die einzelnen Bauformen führen weiter: Retro Stehlampen für den Sitzbereich, Retro Pendelleuchten über den Tisch, Retro Deckenlampen für niedrige Räume, Retro Tischlampen für Sideboard und Konsole.

Das richtige Leuchtmittel für Opalglas

Opalglas ist gutmütig: Es verdeckt fast jede Bauform des Leuchtmittels und macht aus einer punktförmigen LED eine gleichmäßig leuchtende Fläche. Zwei Dinge sollte man trotzdem beachten. Erstens die Farbtemperatur – 2700 K passen zu Holz, Messing und den warmen Farben der Epoche; ab 4000 K wirkt Teak grau und Senfgelb schmutzig. Zweitens die Bauform des Leuchtmittels: In eine kugelige Opalglasglocke gehört eine möglichst kompakte Lampe, weil eine langgezogene Filamentform an einer Stelle durchscheint und dort einen hellen Fleck erzeugt. Für Grundlicht rechnet man im Wohnraum mit 100 bis 150 Lumen je Quadratmeter, über dem Esstisch mit rund 300 Lux auf der Tischfläche.

Häufige Fragen

Ist Retro dasselbe wie Mid-Century?

Im deutschen Sprachgebrauch weitgehend, sobald es um die fünfziger und sechziger Jahre geht. Der Begriff Retro ist weiter gefasst und wird auch für spätere Jahrzehnte verwendet; Mid-Century bezeichnet genau die Nachkriegsmoderne mit Opalglas, konischen Schirmen und Holz.

Passt der Stil zu modernen Möbeln?

Sehr gut, weil beide mit klaren Formen und wenigen Materialien arbeiten. Eine Opalglasglocke über einem schlichten Esstisch aus Eiche wirkt weder historisierend noch wie ein Fremdkörper. Schwieriger wird es mit stark gemusterten oder verschnörkelten Möbeln.

Welche Farben passen dazu?

Die Palette der Epoche: Senfgelb, Rostrot, Olivgrün, Petrol und Creme. Wichtig ist die Dosierung – eine farbige Leuchte in einem sonst zurückhaltenden Raum wirkt stärker als drei farbige Objekte nebeneinander.

Sind Teak und Eiche pflegeintensiv?

Geöltes Holz braucht gelegentlich einen Auffrischer, lackiertes praktisch nichts. Beides sollte nicht dauerhaft in direkter Sonne stehen, weil Teak nachdunkelt und Eiche ausbleicht. Feuchte Tücher nur nebelfeucht, nie nass.

Wie kombiniere ich mehrere Leuchten dieses Stils?

Über eine gemeinsame Materialfamilie, nicht über gleiche Formen. Messing und Opalglas als Klammer, dann eine Glocke über dem Tisch, ein Kegel auf dem Sideboard und eine flache Schale im Flur. Zweimal dieselbe Silhouette in einem Blickfeld wirkt wie ein Set und nimmt beiden Leuchten die Wirkung.