Glas ist bei Tischleuchten das einzige Material, das je nach Schaltzustand anders aussieht. Ein Fuß aus Klarglas ist tagsüber fast unsichtbar und wird abends zum Lichtobjekt, Opalglas bleibt immer milchig weiß und Rauchglas nimmt sich zurück, bis eine Lichtquelle dahinter steht. Wer eine Tischlampe aus Glas kauft, entscheidet deshalb zuerst, ob das Glas gesehen oder durchleuchtet werden soll.
Klar, opal, rauch oder farbig
Klarglas zeigt alles, was innen liegt – auch das Kabel, dazu gleich mehr. Opal- oder Milchglas streut das Licht und wird häufig selbst zum Schirm, typisch bei Kugel- und Pilzformen; es blendet nicht und gibt ein rundum gleichmäßiges Licht. Rauchglas in Grau oder Braun dämpft und wirkt am schönsten mit einer sichtbaren, warmen Lichtquelle dahinter. Farbglas in Bernstein, Grün oder Blau lebt vollständig davon, durchleuchtet zu werden, und sieht ausgeschaltet deutlich stumpfer aus als auf dem Produktfoto.
Geriffelt, geblasen, gepresst
Die Oberfläche entscheidet über die Lichtwirkung mehr als die Form. Riffel- und Rillenglas bricht das Licht in senkrechte Linien und wirft ein charakteristisches Streifenmuster an die Wand. Mundgeblasenes Glas hat leichte Unregelmäßigkeiten und manchmal eingeschlossene Bläschen – ein Merkmal, kein Fehler. Gepresstes Glas ist gleichmäßiger und kantiger, oft mit Facetten, die bei einem warmen Filament-Leuchtmittel funkeln. Satiniertes oder geätztes Glas liegt zwischen klar und opal und nimmt der Lichtquelle die harte Kante.
Das Kabel im Klarglasfuß
Der praktische Punkt, den man erst zu Hause bemerkt: In einem transparenten Fuß ist die Zuleitung sichtbar. Gut gelöste Modelle führen ein textilummanteltes Kabel als gestalterisches Element mittig nach oben oder verstecken es in einem Metallrohr. Schlecht gelöste zeigen ein weißes PVC-Kabel, das schräg im Hohlraum liegt. Beim Kauf lohnt daher der Blick auf ein Produktfoto, das den Fuß von der Seite zeigt.
Standfestigkeit und Reinigung
Glas ist schwer und deshalb an sich standfest, aber die Wandung ist dünn und der Rand am Boden ist die empfindliche Stelle. Ein Filzring darunter schützt gleichzeitig Glas und Möbeloberfläche. Zum Reinigen ein Glasreiniger auf dem Tuch, nie direkt auf die Leuchte gesprüht, damit nichts in Fassung oder Kabeleinführung läuft. Fingerabdrücke sieht man auf Rauchglas übrigens deutlich stärker als auf Klarglas.
Welches Leuchtmittel hinter Glas
Bei Klarglas und farbigem Glas ist das Leuchtmittel sichtbar, also gehört dort eine dekorative Lampe hinein – eine Kugel- oder Röhrenform mit gleichmäßigem Erscheinungsbild, warmweiß mit 2700 K. Eine nackte, harte Lichtquelle in einem klaren Fuß blendet aus jedem Sitzwinkel. Opalglas verzeiht dagegen alles, weil es ohnehin streut. Bei kompakten Glasleuchten auf die maximale Leuchtmittelgröße im Datenblatt achten: Der Hohlraum ist oft knapper bemessen, als er aussieht.
Häufige Fragen
Wird ein Glasfuß heiß?
Mit LED praktisch nicht. Sitzt eine Halogenlampe im Glas, wird die Wandung spürbar warm – dann die angegebene maximale Wattzahl unbedingt einhalten.
Ist Rauchglas dunkler im Licht?
Ja, es schluckt einen Teil des Lichtstroms. Für Leselicht daher eher Opalglas oder einen Stoffschirm über klarem Fuß wählen.
Sind Bläschen im Glas ein Mangel?
Bei mundgeblasenem Glas nicht. Sie entstehen beim Formen und sind ein Echtheitsmerkmal, kein Reklamationsgrund.