Eine Wandleuchte aus Gips ist die, die man nach dem Streichen nicht mehr sieht. Der Gipskörper wird überstrichen, nimmt die Wandfarbe an und verschwindet in der Fläche – sichtbar bleibt nur das Licht. Genau deshalb muss die Entscheidung früh fallen, denn Einbau und Aufbau sind zwei verschiedene Produkte mit zwei verschiedenen Zeitpunkten.
Einbau oder Aufbau
Eine Einbauleuchte aus Gips wird bündig in die Wand gesetzt und mit eingeputzt; sichtbar ist am Ende ein Lichtschlitz ohne Rahmen und ohne Schattenfuge. Eine Aufbauleuchte aus Gips wird auf die fertige Wand geschraubt wie jede andere Wandleuchte. Sie trägt auf, lässt sich dafür jederzeit montieren und rückstandsarm wieder abnehmen. Bei einer bereits gestrichenen Wand ist die Aufbauvariante praktisch die einzige sinnvolle.
Der Einbau gehört in den Rohbau
Einbaugehäuse und Zuleitung kommen in die offene Wand, die Leuchte wird bündig zur Beplankung gesetzt, und der Verputzer zieht mit Gewebeband bis an die Kante heran. Nachträglich in eine fertige Wand einzubauen heißt: aufschneiden, einsetzen, verspachteln, schleifen, neu streichen – und die Ausbesserung bleibt im Streiflicht sichtbar. Die Ausschnittmaße vor dem Beplanken mit Elektriker und Trockenbauer abstimmen, nicht danach.
Überstreichen: Grundierung und Farbe
Roher Gips saugt stark, also erst grundieren, dann zweimal mit derselben Wandfarbe streichen. Lichtaustritt und Reflektor vorher abkleben – Farbe auf der Innenseite verändert den Lichtkegel, auf einem Reflektor ruiniert sie ihn dauerhaft. Matte Dispersionsfarbe passt zur Oberfläche; seidenglänzende oder lackartige Farben wirken auf gegossenem Gips falsch und zeigen jeden Fingerabdruck. Wird der Raum in einigen Jahren neu gestrichen, wird die Leuchte einfach mitgestrichen.
Streiflicht braucht eine glatte Wand
Die meisten Gipsleuchten sind Wandfluter: Ein schmaler Schlitz wirft einen Lichtfächer nach oben, nach unten oder in beide Richtungen, und die Wand selbst wird zur sichtbaren Lichtquelle. Das funktioniert nur auf einer wirklich ebenen Fläche. Raufaser, alter unebener Putz oder eine schlecht verspachtelte Stelle werden vom Streiflicht gnadenlos herausgearbeitet – dann besser eine Leuchte mit abgeschirmtem, weicherem Kegel wählen. Übliche Fassungen sind GU10 und G9; die Dimmbarkeit entscheidet dort das Leuchtmittel, nicht der Gipskörper. Gips ist ein Trockenraumprodukt: fürs Bad ist es die falsche Wahl.
Häufige Fragen
Kann man Gips-Wandleuchten in jeder Farbe streichen?
Ja, mit normaler Dispersionsfarbe, wenn Lichtaustritt und Reflektor abgeklebt sind. Matte Farben sehen auf Gips am besten aus.
Lässt sich eine Einbauleuchte nachrüsten?
Technisch ja, sauber nein. Für eine fertige Wand ist die Aufbauvariante die richtige Antwort.
Wie empfindlich ist Gips?
Eine Kante kann beim Transport oder bei der Montage abplatzen. Einmal montiert, ist die Leuchte so robust wie die Wand, und eine Fehlstelle lässt sich spachteln und überstreichen.
Denselben rahmenlosen Eindruck an der Decke geben Deckenlampen, eine durchgehende Lichtlinie LED-Streifen und Profile.