Adressierbare LED-Streifen – auch digitale LED-Streifen, Pixel-Strips oder RGB-IC-Streifen genannt – tragen an jeder LED oder an jedem kurzen Abschnitt einen kleinen Steuerchip. So kann jeder Punkt eine eigene Farbe und Helligkeit annehmen: Lauflicht, Farbverlauf, Kometenschweif oder eine Treppe, die sich Stufe für Stufe einschaltet.
Ein normaler RGB-Streifen leuchtet dagegen auf ganzer Länge in einer Farbe. Wer auf adressierbare Technik umsteigt, braucht deshalb einen passenden Controller, muss die Datenrichtung beachten und das Netzteil sorgfältiger planen.
Was „adressierbar“ beim LED-Streifen bedeutet
Beim klassischen RGB-Streifen dimmt der Controller drei Farbkanäle – Rot, Grün, Blau – über die gesamte Länge. Beim adressierbaren Streifen läuft dagegen eine Datenleitung durch. Der Controller schickt ein Datenpaket, der erste Chip nimmt seinen Anteil und reicht den Rest an den nächsten weiter. Die kleinste einzeln steuerbare Einheit heißt Pixel.
Ein Pixel entspricht bei 5-V-Streifen meist einer LED. Bei 12 V sind es eine oder drei LEDs, bei 24 V oft drei, sechs oder mehr. Je länger der Pixel, desto grober wirkt die Animation aus der Nähe; an einer Treppe oder in einer Lichtvoute fällt das kaum auf.
Adressierbar heißt übrigens nicht zwingend bunt. Es gibt digitale Streifen in einem einzigen Weißton, häufig in COB-Bauweise mit durchgehender Lichtlinie. Sie erzeugen das sanfte Treppenlauflicht auf Stufen und in Fluren.
Chips im Vergleich
| Chip |
Spannung |
Besonderheit |
Typischer Einsatz |
| WS2812B |
5 V |
Chip in jeder LED, ca. 400 Hz |
kurze Strecken, Monitor-Hintergrundlicht, Bastelprojekte |
| WS2813 |
5 V |
Backup-Datenleitung, ca. 2000 Hz |
wenn eine defekte LED nicht den Rest abschalten darf |
| WS2815 |
12 V |
Backup-Datenleitung, jede LED einzeln |
längere Strecken mit feiner Auflösung |
| WS2811 |
12 V oder 24 V |
externer Chip, je 3 oder 6 LEDs ein Pixel |
Treppen, Vouten, Möbel |
| SK6812, TM1814 |
5 V bzw. 24 V |
zusätzlicher Weißkanal (RGBW) |
Effekte plus brauchbares Alltagslicht |
Die Backup-Leitung hat einen handfesten Vorteil: Fällt beim WS2812B eine LED aus, bleibt oft der ganze Rest dunkel. WS2813 und WS2815 überbrücken den defekten Pixel, solange nicht zwei benachbarte ausfallen.
Wie viel Strom braucht ein adressierbarer Streifen?
Eine WS2812B-LED zieht bei vollem Weiß etwa 60 mA. Ein Meter mit 60 LEDs kommt damit auf rund 3,6 A bei 5 V, also ungefähr 18 W. Fünf Meter wären schon 18 A – deshalb setzt man für längere Strecken auf 12 oder 24 V. Lauflichteffekte verbrauchen in der Praxis weniger, das Netzteil wird aber für volles Weiß plus 20–30 % Reserve ausgelegt.
Ohne zusätzliche Einspeisung wird das Streifenende dunkler und rötlicher. Als Faustregel gilt: bei 5 V alle 1–2 m nachspeisen, bei 12 V etwa alle 5 m, bei 24 V reichen oft rund 10 m.
Anschluss und Steuerung
- Die Pfeile auf dem Streifen zeigen die Datenrichtung von DI nach DO. Der Controller kommt immer an den Eingang.
- Netzteil, Controller und Streifen brauchen eine gemeinsame Masse; die Datenleitung kurz halten und nicht parallel zu 230-V-Kabeln führen.
- Der Controller muss den Chip und die Pixelzahl unterstützen. Für flüssige Animationen gelten etwa 600–800 Pixel pro Ausgang als sinnvolle Grenze.
- Mikrocontroller mit 3,3-V-Logik brauchen einen Pegelwandler auf 5 V.
Fertige Controller bringen Effektprogramme mit und lassen sich per Funkfernbedienung, Bluetooth- oder WLAN-App bedienen, oft mit Musikmodus. Für die Hausautomation gibt es WLAN- und Zigbee-Lösungen sowie offene Firmware für Mikrocontroller. Treppencontroller arbeiten mit je einem Bewegungsmelder oben und unten und einem Dämmerungssensor. Den Anschluss des Netzteils ans 230-V-Netz übernimmt eine Elektrofachkraft.
Montage und typische Fehler
Gekürzt wird nur an den markierten Schnittstellen, beim WS2811 also alle drei LEDs. Dauerhaft gehört der Streifen in ein Aluprofil mit Abdeckung: Es leitet Wärme ab, schützt die Chips und macht aus Einzelpunkten eine ruhige Linie. IP20 ist nur für trockene Innenräume gedacht; außen braucht es Silikonstreifen mit IP65 oder IP67.
Zeigt der Streifen Grün statt Rot, stimmt die Farbreihenfolge im Controller nicht – RGB auf GRB umstellen löst das meist. Flackern oder zufällige Farben deuten auf ein schwaches Netzteil, fehlende gemeinsame Masse oder eine zu lange Datenleitung hin.
Häufige Fragen
Was bedeutet RGB bei LED-Streifen?
RGB steht für Rot, Grün und Blau; aus diesen drei Grundfarben mischt der Controller alle anderen. Beim adressierbaren Streifen passiert das an jedem Pixel einzeln.
Was ist der Unterschied zwischen WS2812B und WS2813?
Der WS2813 hat eine zweite Datenleitung und eine höhere Bildwiederholrate. Ein einzelner Defekt legt damit nicht den restlichen Streifen lahm.
Wie viel Strom braucht ein LED-Streifen?
Bei adressierbaren Streifen je nach Dichte und Spannung meist 8–20 W pro Meter bei vollem Weiß. Effekte liegen darunter, das Netzteil wird trotzdem für den Maximalwert gewählt.
Welche App steuert adressierbare LED-Streifen?
Das hängt vom Controller ab: Bluetooth- und WLAN-Controller haben eigene Apps, Mikrocontroller lassen sich mit offener Firmware über den Browser bedienen.
Was benötige ich für einen adressierbaren LED-Streifen?
Streifen, passenden Digital-Controller, ausreichend starkes Netzteil, Einspeiseleitungen für längere Strecken und am besten ein Aluprofil.
Lassen sich adressierbare LEDs dimmen?
Ja, die Helligkeit regelt der Controller digital für jeden Pixel. Ein klassischer Phasendimmer an 230 V ist dafür nicht geeignet.
Grundlagen zu Netzteilen, Profilen und Einbau stehen bei den LED-Streifen; wer nur die Farbe des ganzen Streifens wechseln will, liest bei den RGB-LED-Streifen weiter.