Ein RGB LED Strip mischt rote, grüne und blaue Leuchtdioden zu nahezu jeder Farbe – gesteuert per Fernbedienung, App oder Wandtaster. Damit wird aus derselben Lichtleiste abends ein warmes Orange in der Lichtvoute, beim Zocken ein kräftiges Violett und beim Filmabend ein dezentes Blau hinter dem Fernseher.
Gegenüber einem einfarbigen LED-Streifen verändert RGB vor allem drei Dinge: mehr Adern im Kabel, einen zwingend nötigen Controller und ein anderes Verständnis von „Weiß“. Wer das vor dem Kauf durchdenkt, plant Netzteil, Steuerung und Profil gleich passend mit.
Was bedeutet RGB bei LED-Streifen?
RGB steht für Rot, Grün und Blau. Meist sitzen alle drei Chips in einem SMD-5050-Gehäuse. Der Streifen hat ein gemeinsames Plus und drei Farbkanäle, also vier Anschlüsse. Der Controller dimmt jeden Kanal einzeln, das Auge sieht die Mischung: Rot und Grün ergeben Gelb, alle drei voll ergeben ein bläulich wirkendes Weiß.
Gerade dieses Weiß enttäuscht viele. Es ist kühl, ungleichmäßig und gibt Farben im Raum schlecht wieder. Soll der Strip auch mal normales Licht liefern, etwa über der Arbeitsplatte, ist RGBW mit eigener weißer Diode oder RGB+CCT mit einstellbarer Farbtemperatur die bessere Wahl. Nachrüsten lässt sich der Weißkanal später nicht.
Technische Werte, die beim Kauf zählen
| Merkmal |
Übliche Werte |
Worauf es ankommt |
| LED-Dichte |
30, 60, 120 LED/m; COB über 800 LED/m |
je dichter, desto weniger Lichtpunkte |
| Leistung |
ca. 7,2 W/m bis 19,2 W/m |
Helligkeit und Netzteilgröße |
| Lichtstrom |
etwa 280–800 lm/m |
Stimmungslicht, keine Hauptbeleuchtung |
| Spannung |
12 V oder 24 V DC |
24 V erlaubt längere Strecken |
| Einspeisung einseitig |
ca. 5 m bei 12 V, ca. 10 m bei 24 V |
darüber Farbverschiebung am Ende |
| Schutzart |
IP20 innen, IP65 Küche/Bad, IP67/IP68 außen |
Montageort |
| Teilbarkeit |
alle 5 bis 10 cm, COB oft feiner |
Anpassung an Möbel und Nischen |
Das Netzteil berechnen Sie so: Länge mal Watt pro Meter plus rund 20 % Reserve. Fünf Meter mit 14,4 W/m brauchen 72 W, also ein Netzteil mit 90–100 W. Ein 12-V-Streifen gehört nie an ein 24-V-Netzteil, und ein alter Halogentrafo liefert Wechselspannung – beides ungeeignet.
RGB-Streifen mit dem Handy steuern
Die einfachste Lösung ist ein Infrarot-Controller mit Fernbedienung. Er braucht allerdings Sichtkontakt. Funkfernbedienungen arbeiten auch durch Schranktüren oder Trockenbau, sodass der Controller unsichtbar bleiben kann. WLAN- oder Bluetooth-Controller bringen eine App mit Szenen, Zeitplänen und Sprachsteuerung; manche reagieren auf Musik. In größeren Smart-Home-Installationen sind Zigbee, DALI oder DMX üblich.
Wichtig: Der Controller muss so viele Kanäle haben wie der Strip. Ein vierpoliger RGB-Controller kann die weiße Diode eines RGBW-Streifens nicht ansteuern. Bei langen Strecken hilft ein RGB-Verstärker.
Montage: Lichtvoute, Fernseher, Treppe
Am schönsten wirkt RGB indirekt – in einer Voute an der Decke, hinter einer Stuckleiste oder in einer Trockenbaunische, wo man keine einzelnen Punkte sieht. Hinter dem Fernseher mildert das Licht den Kontrast zwischen hellem Bild und dunkler Wand. Auch Treppenstufen, Bettrahmen, Regale und Sockelleisten in der Küche eignen sich gut.
Untergrund vorher entfetten, sonst löst sich das Klebeband. Ab etwa 10 W/m gehört der Streifen in ein Aluprofil: Es leitet Wärme ab, und eine opale Abdeckung macht die Linie gleichmäßig. Für RGB lohnt ein etwas tieferes Profil, damit sich die Farben vor der Abdeckung mischen. Ein Netzteil fest in die 230-V-Installation einzubinden, ist Aufgabe einer Elektrofachkraft. Steckernetzteile können Sie selbst anschließen.
Warum gehen LED-Streifen so schnell kaputt?
Meist ist es Wärme. Ein kräftiger Strip direkt auf Holz oder Tapete altert deutlich schneller als einer im Aluprofil. Weitere Ursachen: ein zu knapp bemessenes Netzteil, falsche Spannung, scharf geknickte Platinen und Feuchtigkeit an einem IP20-Streifen. Vermeidet man diese Fehler, erreichen LED-Streifen üblicherweise eine Lebensdauer von 25.000 bis 50.000 Stunden.
Ändert sich die Farbe zum Ende hin ins Rötliche, fällt die Spannung ab – Blau und Grün brauchen mehr Spannung und werden zuerst schwächer. Abhilfe schaffen eine zweite Einspeisung, ein dickerer Querschnitt (bis 5 m 0,5–0,75 mm², bei 10–20 m bis 2,5 mm²) oder 24 V statt 12 V.
Häufige Fragen
Wie viel Lumen pro Meter hat ein RGB-LED-Streifen?
Typisch sind etwa 280–800 lm/m, je nach LED-Dichte und Leistung. Im Mischweiß ist ein RGB-Streifen dunkler als ein gleich starker weißer Strip.
Was ist der Unterschied zwischen RGB und RGBW?
RGBW hat eine zusätzliche weiße Diode in Warm- oder Neutralweiß. Damit gibt es echtes Weiß statt Mischweiß, dafür braucht man einen fünfpoligen Controller.
Gibt es RGB-Streifen für 230 V Direktanschluss?
Ja, solche Streifen werden ohne separates Netzteil direkt angeschlossen. Sie lassen sich aber nur in größeren Abständen kürzen und gehören wegen der Netzspannung in fachkundige Hände.
Kann man einen RGB-Streifen kürzen?
Ja, aber nur an den markierten Schnittstellen mit den Lötpads +, R, G und B. Danach wird gelötet oder mit einem passenden Verbinder weitergeführt.
Ist ein COB-RGB-Streifen besser?
COB liefert eine durchgehende Lichtlinie ohne Punkte und braucht deshalb oft kein tiefes Profil. Er gibt aber ebenfalls nur Mischweiß, solange er kein RGBW ist.
Wenn jedes Segment eine eigene Farbe zeigen und Lauflicht entstehen soll, lesen Sie weiter bei den adressierbaren LED-Streifen. Mehr zu weißen und anderen LED-Streifen: LED-Streifen.