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CCT-LED-Streifen

CCT-LED-Streifen

Ein CCT-LED-Streifen trägt zwei Sorten weißer LEDs auf einer Platine – warmweiße und kaltweiße. Ein Controller dimmt beide Kanäle getrennt, und so lässt sich die Lichtfarbe stufenlos zwischen gemütlichem Abendlicht und frischem Arbeitslicht verschieben, ohne dass irgendetwas umgebaut werden muss.

Im Fachhandel heißt das Prinzip auch „dualweiß“ oder „Tunable White“. Für den Streifen selbst bedeutet es: drei Adern statt zwei, ein eigener Controller und ein Netzteil, das für beide Kanäle gleichzeitig ausgelegt ist.

Was bedeutet CCT bei LED-Streifen?

CCT steht für Correlated Colour Temperature, also die ähnlichste Farbtemperatur, angegeben in Kelvin. Je niedriger der Wert, desto wärmer und gelblicher wirkt das Licht. Ein CCT-Streifen deckt typischerweise 2700–6500 K oder 3000–6000 K ab; manche Varianten beginnen schon bei 2200 K, einige reichen bis etwa 1700 K hinunter und erinnern gedimmt an Kerzenlicht.

Technisch teilen sich beide Weißtöne ein gemeinsames Plus, jeder Kanal hat sein eigenes Minus. Bei SMD-Streifen sitzen die Chips abwechselnd nebeneinander oder als Zwei-in-eins-Chip in einem Gehäuse, bei COB-Streifen entsteht eine durchgehende Lichtlinie ohne sichtbare Punkte.

Die wichtigsten Kennwerte im Überblick

Kennwert Übliche Werte Worauf es ankommt
Farbtemperatur 2700–6500 K, 2200–6500 K Spannweite zwischen Abend- und Tageslicht
Spannung 12 V oder 24 V DC 24 V für längere Strecken pro Einspeisung
Leistung etwa 10–20 W/m Netzteilgröße, Wärme, Profil nötig?
Lichtstrom etwa 600–1500 lm/m Akzent oder Grundbeleuchtung
LED-Dichte SMD 120–240 LEDs/m, COB 500 und mehr Punkte sichtbar oder nicht
Farbwiedergabe Ra 80, besser Ra 90+ Küche, Bad, Ankleide
Schutzart IP20, IP65, IP67 Wohnraum, Spritzbereich, Außen
Teilbarkeit alle 2,5–10 cm Passgenauigkeit in Nische oder Möbel

CCT oder RGB?

RGB mischt Rot, Grün und Blau zu bunten Farben. Weiß entsteht dabei nur als Mischung und wirkt oft bläulich oder rosastichig. CCT kann keine Farben, liefert dafür sauberes Weiß in jeder Nuance. Wer beides will, greift zu RGB+CCT mit fünf Kanälen und sechs Adern – mehr dazu bei den RGB-LED-Streifen.

Controller und Steuerung

Ein gewöhnlicher Einkanal-Dimmer kann die beiden Weißtöne nicht getrennt regeln. Nötig ist ein CCT- bzw. Dual-White-Controller. Gängig sind Funkfernbedienungen (funktionieren auch durch Möbel und Trockenbauwände), Wandpanels als Touch- oder Drehregler, WLAN- und Bluetooth-Controller mit App sowie Zigbee-Empfänger für bestehende Smart-Home-Zentralen. In geplanten Anlagen kommt DALI DT8 zum Einsatz. Achten Sie auf den maximalen Strom pro Kanal; bei langen Strecken hilft ein Verstärker.

Wie schließt man einen CCT-Streifen an?

  1. Netzteil mit passender Spannung wählen: Leistung pro Meter × Länge plus rund 20 % Reserve. Fünf Meter mit 18 W/m ergeben 90 W, also ein Netzteil um 110 W.
  2. Netzteil-Ausgang an den Eingang des Controllers.
  3. Controller-Ausgänge an den Streifen: Plus an Plus, WW an Warmweiß, CW an Kaltweiß.
  4. Vor dem Verkleben einmal testen – vertauschte Kanäle drehen nur die Regelrichtung um, eine vertauschte Polarität lässt gar nichts leuchten.

Bei 12 V sollte spätestens nach etwa 5 m neu eingespeist werden, bei 24 V nach etwa 10 m. Sonst wird das Ende dunkler und die Lichtfarbe verschiebt sich. Den 230-V-Anschluss des Netzteils übernimmt eine Elektrofachkraft.

Taugt ein CCT-Streifen als Hauptbeleuchtung?

In einer Lichtvoute oder einem abgehängten Deckenrand durchaus, wenn genug Lichtstrom zusammenkommt – rechnen Sie eher mit 1000 lm/m und mehr und mit einem Aluprofil. Klassische Einsatzorte bleiben trotzdem die Küche unter den Hängeschränken (neutral um 4000 K zum Arbeiten, warm zum Essen), das Bad am Spiegel, das Homeoffice und das Wohnzimmer, wo das Licht abends wärmer werden darf.

Typische Fehler und Pflege

  • Lichtstrom falsch eingeplant. Der Wert im Datenblatt gilt meist für beide Kanäle auf voller Leistung. Steht der Regler ganz auf Warmweiß oder ganz auf Kaltweiß, arbeitet nur die Hälfte der LEDs – rechnen Sie dann mit ungefähr dem halben Lichtstrom.
  • Untergrund nicht vorbereitet. Das Klebeband hält nur auf sauberem, trockenem und fettfreiem Grund. Auf rauem Putz oder frischer Farbe löst sich der Streifen oft nach einigen Wochen; ein Aluprofil ist die sicherere Basis.
  • Rollen aus verschiedenen Chargen. Zwei Rollen können leicht unterschiedliche Weißtöne zeigen. In einer sichtbaren Linie besser nur eine Charge verwenden.
  • Netzteil verbaut. Netzteil und Controller gehören an eine Stelle, die später erreichbar bleibt – in den Hängeschrank oder hinter eine Revisionsklappe in der Trockenbaudecke.

Im Betrieb braucht ein CCT-Streifen kaum Pflege. Diffusorabdeckungen wischt man mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch ab; scharfe Reiniger und Lösungsmittel können die Silikonhülle von IP65-Streifen trüben.

Häufige Fragen

Können LED-Streifen Feuer fangen?

Bei korrekter Installation ist das Risiko gering. Gefährlich werden überlastete Netzteile, schlechte Lötstellen und Streifen ohne Wärmeabfuhr auf brennbarem Untergrund. Ein Aluprofil und ein ausreichend dimensioniertes Netzteil beugen vor.

Brauche ich für CCT einen speziellen Controller?

Ja, einen zweikanaligen CCT-Controller. Mit einem einfachen Dimmer leuchtet nur ein Weißton.

CCT-LED-Streifen: 12 V oder 24 V?

12 V reicht für kurze Stücke im Möbel. Für Decke, Voute oder Raumlängen ist 24 V die bessere Wahl, weil der Spannungsabfall geringer ausfällt.

Wo darf man einen CCT-Streifen kürzen?

Nur an den markierten Schnittstellen mit Kupferpads, meist alle 2,5–10 cm.

Ist ein COB-Streifen mit CCT besser als SMD?

Für sichtbare Montage ohne Diffusor ja, weil keine Lichtpunkte entstehen. SMD ist in einem tiefen Profil mit opaler Abdeckung genauso gleichmäßig.

Wie viele Adern hat ein CCT-Streifen?

Drei: gemeinsames Plus, Warmweiß und Kaltweiß.

Wer die Grundlagen zu Streifenarten, Leistung und Montage vergleichen möchte, liest weiter bei den LED-Streifen.

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