Ein passender Lampenschirm für die Stehlampe ist meist größer, als man denkt: 40–55 cm Durchmesser sind üblich, im Wohnzimmer auch 60 cm. Entscheidend ist aber nicht nur die Größe, sondern dass der Schirm sicher auf der Fassung sitzt, die Glühbirne aus jeder Blickrichtung verdeckt und den Fuß nicht kopflastig wirken lässt.
Anders als bei der Tischlampe sieht man den Schirm einer Stehleuchte im Stehen von der Seite, manchmal sogar von oben in die Öffnung, und im Sitzen von unten. Das stellt eigene Anforderungen an Form, Höhe und Material.
Groß, klein oder Ersatz: was der Schirm an der Stehlampe leisten muss
Viele suchen einen Ersatzschirm, weil der alte Stoff vergilbt oder eingerissen ist, der Fuß aber noch gut. Gerade bei Vintage-Stehlampen mit Messing- oder Holzfuß lohnt sich das. Andere wollen eine schlichte Stehleuchte mit einem großen Schirm zum Blickfang machen. In beiden Fällen gilt: Ein zu kleiner Schirm wirkt auf einem hohen Fuß wie ein Hütchen, ein riesiger Zylinder auf einem dünnen Stativ macht die Leuchte optisch und tatsächlich instabil.
Die richtige Größe: Richtwerte zum Messen
Schirmgrößen werden meist als unterer Durchmesser, oberer Durchmesser und Höhe angegeben, etwa „50-50-30 cm“ für einen Zylinder. Die Werte unten sind Faustregeln für Stehleuchten, keine Norm.
| Maß |
Üblich bei Stehlampen |
Faustregel |
| unterer Durchmesser |
40–55 cm, große Schirme 60 cm und mehr |
breiteste Stelle etwa doppelt so breit wie der Lampenfuß |
| oberer Durchmesser |
beim Zylinder wie unten, beim Konus meist 25–35 cm |
große Öffnung oben bringt mehr Licht an die Decke |
| Schirmhöhe |
25–40 cm |
Unterkante verdeckt Fassung und Leuchtmittel |
| Höhe der Unterkante |
ca. 100–120 cm am Lesesessel |
ungefähr auf Augenhöhe im Sitzen |
| Aufnahme |
Schraubring E27 (Loch ca. 40 mm) oder E14 (ca. 29 mm) |
Fassung messen, nicht nur das Leuchtmittel |
Bei konischen Schirmen geben manche Händler die schräge Seitenhöhe an, andere die senkrechte. Beim Vergleich mit dem alten Schirm also immer gleich messen.
Aufnahme: E27, E14 und Reduzierring
Die meisten Stehlampen haben eine E27-Fassung mit Gewinde, auf die der Schirmträger gelegt und mit dem Schraubring festgezogen wird. Kleinere Fassungen in E14 kommen bei schlanken Leuchten vor. Mit einem Reduzierring lässt sich ein E27-Schirm oft trotzdem nutzen, wenn der Schirmträger dafür ausgelegt ist. Seltener sitzt der Schirm oben auf einer Spinne mit Abschlussmutter. Klemmhalter, die direkt auf das Leuchtmittel gesteckt werden, sind eher bei kleinen Schirmen üblich.
Wichtig ist, wo der Ring im Schirm sitzt. Liegt er weit unten, steht der Schirm hoch über der Fassung und die Birne blitzt hervor. Sitzt er höher, hängt der Schirm tiefer und deckt besser ab. Bei alten Leuchten lohnt ein Blick auf Fassung und Kabel. Arbeiten an der 230-V-Leitung gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
Stoff, Rattan, Glas: Material und Lichtwirkung
Heller Leinen- oder Baumwollstoff lässt viel Licht durch, die Stehlampe wird zur gemütlichen Grundbeleuchtung. Dunkler, blickdichter Stoff, Samt oder Metall lenken das Licht nach oben und unten: gut zum Lesen, der Raum bleibt aber gedämpft. Rattan zeichnet ein Schattenmuster an Wand und Decke. Glas macht das Licht klarer, ist aber schwer und braucht einen standfesten Fuß. Eine weiße oder goldene Innenseite reflektiert zusätzlich und holt mehr Licht aus derselben Lampe.
Wer einen hochwertigen Schirm sucht, achtet auf sauber verklebte Nähte, ein stabiles Gestell, das sich nicht verzieht, und einen Stoff, der gleichmäßig durchscheint, ohne dass sich die Streben abzeichnen.
Leuchtmittel, Standort und Pflege
In Stoff- und Papierschirme gehören LED-Leuchtmittel, weil sie deutlich weniger warm werden als Glüh- oder Halogenlampen. Die maximale Wattzahl des Schirmherstellers gilt trotzdem. Für eine Stehlampe als Wohnzimmerlicht passen meist 800–1500 lm in Warmweiß mit 2700–3000 K. Sieht man im Stehen von oben auf die Birne, hilft ein mattes Leuchtmittel.
Den großen Schirm nicht direkt an den Vorhang und nicht in einen schmalen Durchgang stellen, dort wird er angestoßen. Staub nimmt eine Fusselrolle oder die Möbelbürste des Staubsaugers auf niedriger Stufe ab. Flecken nur mit leicht feuchtem Tuch behandeln, damit der Kleber nicht weich wird. Papier nur trocken reinigen. Die Naht dreht man zur Wand.
Häufige Fragen
Welche Größe sollte ein großer Lampenschirm für die Stehlampe haben?
Im Wohnzimmer wirken 50–60 cm Durchmesser an einem kräftigen Fuß ausgewogen. Auf einem schlanken Stativ sind 40–45 cm meist die bessere Wahl.
Lampenschirm für die Stehlampe: 50 oder 60 cm?
60 cm braucht Platz und einen schweren Fuß, gibt dafür eine breite Lichtfläche. 50 cm ist der vielseitigere Mittelweg für Sessel und Sofaecke.
Wie finde ich einen Ersatz-Lampenschirm für meine Stehlampe?
Alten Schirm oben, unten und in der Höhe messen, Fassung bestimmen und die Ringposition prüfen. Weicht der neue Schirm um mehr als ein paar Zentimeter ab, ändern sich die Proportionen.
Passt ein Rattan-Schirm auf eine Stehlampe?
Ja, wenn Aufnahme und Größe stimmen. Rattan ist leicht, das Licht fällt aber gemustert und weniger gleichmäßig.
Wie bekommt eine Vintage-Stehlampe einen stimmigen Schirm?
Mit einer Form, die zur Entstehungszeit der Leuchte passt: Plissee-Glocke, Konus mit Borte oder Empire-Schirm. Wichtiger als das Muster ist das Verhältnis zum Fuß.
Passt jeder Lampenschirm auf jede Stehlampe?
Nein. Aufnahmesystem und Gewinde müssen passen, und der Schirm darf das Leuchtmittel nicht berühren.
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