Eine Einbau-Stromschiene liegt bündig in der abgehängten Decke: Von unten sieht man nur einen schmalen Schlitz, in dem die Strahler sitzen. Sie funktioniert wie jede andere Stromschiene, wird aber nicht unter die Decke geschraubt, sondern beim Trockenbau mit eingeplant – und genau das entscheidet über Erfolg oder Ärger.
Wer eine ruhige, glatte Decke möchte und trotzdem Strahler verschieben, drehen oder austauschen will, landet fast zwangsläufig bei dieser Lösung. Typische Einsatzorte sind Wohnküchen, Flure, Wohnzimmer mit Bildwand, Praxen und kleine Ladenflächen.
Welche Arten von Einbauschienen gibt es?
Im Wohn- und Objektbereich begegnen einem vor allem drei Systeme, und alle drei gibt es als Einbauvariante:
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1-Phasen-Schiene (230 V): ein Stromkreis, alle Strahler werden gemeinsam geschaltet. Einfach, schlank, für Wohnräume oft ausreichend.
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3-Phasen-Schiene (230 V): drei getrennte Stromkreise in einem Profil. Über einen Wahlschalter am Adapter legt man fest, an welcher Phase ein Strahler hängt – so lassen sich drei Lichtgruppen über drei Schalter steuern. Die Profile sind breiter, die Auswahl an Strahlern ist riesig.
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48-V-Magnetschiene: Schutzkleinspannung, die Leuchten halten per Magnet und lassen sich ohne Werkzeug umsetzen. Neben Spots passen Linearmodule und kleine Pendel in dieselbe Schiene. Ein passendes 48-V-Netzteil ist immer nötig.
Bei allen Varianten unterscheidet man außerdem zwei Einbauarten. Das Einputzprofil hat seitliche Flansche, die mit der Gipskartonplatte verschraubt, mit Bewehrungsstreifen überspachtelt und mitgestrichen werden – die Decke geht ohne sichtbaren Rand in den Schlitz über. Die Variante mit Rahmen wird in einen sauberen Deckenausschnitt eingesetzt und lässt eine schmale Blende stehen. Sie spart Spachtelarbeit, wirkt aber weniger „unsichtbar“.
Planungswerte für die Trockenbaudecke
Die folgenden Werte sind üblich – maßgeblich ist immer das Datenblatt des gewählten Profils.
| Punkt |
Üblicher Wert |
Worauf es ankommt |
| Profilbreite mit Flansch |
ca. 30–70 mm |
Breite des Deckenausschnitts bzw. der Fuge zwischen den Platten |
| Einbautiefe |
ca. 30–60 mm |
Abhängehöhe muss Profil und Zuleitung aufnehmen |
| Gipskartonplatte |
meist 12,5 mm |
manche Profile sind für eine bestimmte Plattenstärke ausgelegt |
| Belastbarkeit 230-V-Schiene |
häufig bis 16 A je Stromkreis |
im Wohnbereich kaum ausgeschöpft |
| Netzteil bei 48 V |
Summe der Leuchtenleistung plus Reserve |
bei langen Strängen zweite Einspeisung vorsehen |
| Abstand zur Wand |
meist 60–100 cm |
Strahler mit etwa 30° Neigung, blendfrei auf die Wand |
| Schutzart |
meist IP20 |
nur für trockene Innenräume |
So läuft der Einbau ab
Bei einer neuen Decke auf CD- und UD-Profilen ist der Ablauf überschaubar: Schienenverlauf an der Rohdecke anzeichnen, Unterkonstruktion entlang der Linie verstärken, Zuleitung zur Einspeisestelle legen. Die Schiene wird vor dem Spachteln montiert und der Schlitz abgeklebt, damit kein Staub in die Kontaktbahnen gerät. Erst nach dem Streichen kommen die Strahler hinein.
Was Elektriker und Trockenbauer gemeinsam klären sollten:
- Wo sitzt die Einspeisung – am Ende oder mittig? Bei Eckverbindern ist die Lage des Schutzleiters (links oder rechts) zu beachten.
- Wohin kommt das 48-V-Netzteil? Es braucht Luft und muss erreichbar bleiben, also Revisionsklappe oder Platz in einem Schrank einplanen.
- Sind Längs- und Eckverbinder, Endkappen und Befestigungsbügel vom selben System? Kontaktbahnen unterschiedlicher Hersteller passen nicht zusammen.
- Gibt es überhaupt eine Abhängung? Unter einer nackten Betondecke bleibt nur eine Aufbauschiene oder eine abgehängte Teilfläche.
Den Anschluss an das 230-V-Netz führt eine Elektrofachkraft nach VDE 0100 aus. Strahler einsetzen, ausrichten und umstecken kann man danach selbst.
Grenzen und Pflege
Der Verlauf ist nach dem Spachteln festgelegt; wer später anders möbliert, verschiebt die Strahler, aber nicht die Schiene. Außerdem bindet man sich an ein System. Zur Pflege genügt gelegentlich ein trockenes Tuch oder ein weicher Pinsel – bei abgeschalteter Spannung.
Häufige Fragen zur Einbau-Stromschiene
Welchen Abstand sollte eine Stromschiene zur Wand haben?
Für eine gleichmäßig beleuchtete Bild- oder Regalwand haben sich bei üblichen Raumhöhen von 2,5–2,7 m etwa 60–100 cm bewährt. Bei höheren Decken rückt die Schiene weiter von der Wand weg, damit der Neigungswinkel der Strahler bei rund 30° bleibt.
Was bedeutet 3-Phasen-Schiene?
Im Profil laufen drei getrennte Außenleiter plus Neutral- und Schutzleiter. Jeder Strahler wird per Adapter einer Phase zugeordnet, sodass drei Gruppen unabhängig voneinander schaltbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen 1-Phasen- und 3-Phasen-Schienen?
Die 1-Phasen-Schiene hat einen Stromkreis und ist schmaler, die 3-Phasen-Schiene bietet drei Kreise und mehr Strahlerauswahl. Adapter beider Systeme sind nicht untereinander tauschbar.
Kann man eine Einbauschiene nachträglich in eine fertige Decke setzen?
In eine Gipskartondecke ja – mit Ausschnitt, neuem Spachteln und Streichen. Varianten mit Rahmen machen das einfacher, weil der Rand die Schnittkante abdeckt.
Einbau- oder Aufbauschiene?
Die Einbauschiene wirkt leichter und ruhiger, verlangt aber eine abgehängte Decke und frühe Planung. Die Aufbauschiene ist schneller montiert und lässt sich leichter ändern.
Wer statt Strahlern eine durchgehende Lichtlinie in der Decke plant, sollte sich LED-Einbauprofile ansehen. Aufbau- und Pendelvarianten gehören zum Thema Stromschienen allgemein.